Grießsuppe
12. November 2011
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„Guten Appetit“, sagte die Mutter fröhlich, als sie mir den Teller hinstellte. Grießsuppe. Mein Gefühl, hier nicht hinzugehören, verstärkte sich. Wer kocht denn schon Grießsuppe?
„Es wird ja wirklich mal Zeit, dass wir dich kennenlernen“, sagte der Vater. Er blickte verschmitzt zu seiner Tochter hinüber. „Wir haben ja schon soviel über dich gehört.“
Sie warf ihm einen etwas erbosten Blick zu. Es war die erste wirkliche Regung ihrerseits an diesem Abend, alles andere schien unnatürlich zu sein. Sie saß stocksteif da, die linke Hand unter dem Tisch versteckt, mit der rechten schob sie den Löffel immer hin und her durch die Grießsuppe. Man sah ihr die Appetitlosigkeit richtig an.
„Ja, wie habt ihr euch denn kennengelernt?“, fragte jetzt ihre Mutter. Ich lächelte ihr freundlich zu, seufzte aber innerlich. Immer wieder dieselbe Geschichte. Ja, wir haben uns im Internet kennengelernt. Ja, ich komme sonst nicht so oft dazu, Frauen kennenzulernen. Nein, ich halte das nicht für total unpersönlich. Zumindest hielt ich es bisher nicht dafür. Jetzt… nun, jetzt war ich nicht mehr sicher. Alles, was ich dachte, von ihr gewusst zu haben, schien nun ins komplette Gegenteil gewandelt zu sein. Sie saß immer noch stocksteif da und sah aus wie ein Häufchen Elend. Ihre Eltern fanden das aber wohl nicht unüblich – oder sie überspielten es einfach.
Zum Glück schien meine Geschichte einigermaßen langweilig zu sein, denn die Mutter nickte nur höflich und sah hin und wieder zu ihrer Tochter hinüber, während der Vater fleißig in seiner Grießsuppe löffelte. „Ach, du hast auch Tennis gespielt? Sie ist ja immer noch im Verein.“ Was tat ich hier? Ich war es gewohnt, von Eltern ausgefragt zu werden, aber diese hier schienen kein sonderliches Interesse an mir zu zeigen. Eher im Gegenteil, mir kam es vor, als wollten sie mir ihre Tochter schmackhaft machen.
Mein Handy summte, und ich war beinahe dankbar für den Vorwand, meinen Blick abzuwenden und die Nachricht zu lesen. Darin stand, dass ich mich doch bitte mal melden sollte. „Es tut mir wirklich leid, aber dürfte ich vielleicht mal ganz kurz telefonieren?“, fragte ich. Sie blickte kurz von ihrem Teller auf, ein skeptischer Gesichtsausdruck streifte mich. Die Mutter reagierte erst eine Sekunde später. „Natürlich, natürlich. Gar kein Problem.“ Sie stand auf, ging zur Kommode und brachte mir das schnurlose Haustelefon. „Hier, bitte schön“, lächelte sie mich an. Ich sah von ihrem Gesicht in das des Vaters – kein Zweifel, die Freundlichkeit war echt. Was stimmte hier nicht?
Mit einem entschuldigenden Blick stand ich auf und ging aus dem Esszimmer in den Flur. Schon während ich die Nummer wählte, fing ich an zu gehen; eine nervöse Art meinerseits. Während des Gesprächs öffnete ich unbewusst die Wohnungstür und stapfte sogar ein halbes Stockwerk nach unten. Ich beendete das Gespräch, legte das Telefon mechanisch auf den kleinen Schuhschrank neben mir und bemerkte erst dann wirklich, dass ich auf halber Höhe im Hausflur stand. Mir war gar nicht aufgefallen, wie edel das ganze Haus eingerichtet war, sogar hier im Hausflur stand eine kleine antike Kommode mit einer kleinen antiken Lampe darauf. Ich stieg wieder die paar Stufen zur Wohnung der Eltern nach oben und sah auch erst jetzt, wie edel die Wohnungstür war. Richtig früher Altbau, dunkles Holz und vergoldete Elemente. Ich betrat die Wohnung zum zweiten Mal an diesem Abend, sah mich aber zum ersten Mal bewusst um. Direkt von der Position hinter der Wohnungstür konnte man links einen Blick in vier angrenzende Zimmer werfen, die ähnlich edel und antik eingerichtet waren, und nach rechts ging der Flur noch ein ganzes Stück weiter. Überall lagen schwere Teppiche, an jeder Zimmerdecke hing ein Kronleuchter. Wieso fiel mir das erst jetzt auf?
Mit einem leichten Seufzen betrat ich wieder das Esszimmer. Die Eltern schienen gerade mit ihrer Tochter geredet zu haben, denn sie erwarteten offensichtlich eine Antwort, die sie wohl noch offensichtlicher nicht bekommen würden. Sie saß immer noch steif vor ihrer Grießsuppe. Nein, steif war nicht das richtige Wort – eigentlich war ihre Körperhaltung eher schlaff, sie wirkte einfach nur angespannt. Der Holzboden knarzte, als ich einen Schritt zurück zum Tisch machte, die Eltern blickten zu mir auf und lächelten wieder freundlich. „Entschuldigung“, sagte ich leise, während ich mich wieder setzte. Die Mutter winkte ab. „Gar kein Problem, wir wissen doch wie das mit dem Beruf ist.“ Der Vater nickte wissend und löffelte sich gerade den letzten Klecks Grießsuppe in den Mund, um sich dann entspannt zurückzulehnen.
„Willst du ihm nicht von den Ergebnissen erzählen?“, fragte die Mutter plötzlich. Ich schreckte hoch und wusste im ersten Moment nicht, wen sie angesprochen hatte, aber beide sahen ihre Tochter erwartungsvoll an. „Was denn für Ergebnisse?“, wagte ich zu fragen. Der Vater zwinkerte mir zu und raunte: „Sie war doch beim Arzt.“, was ihm schon wieder einen kurzen und bösen Blick der Tochter einbrachte, den er aber nur mit einem weiteren Zwinkern beantwortete. „Beim Arzt?“, fragte ich. Ich wusste von nichts.
Ich sah ihr an, wie schwer es ihr fiel, aber sie blickte endlich von ihrem Teller auf und sah mir in die Augen. „Ich versuche gerade, mit meinem Tennislehrer zu schlafen.“ Ihre Stimme war leise, aber dennoch fester als man bei ihrer Haltung hätte vermuten können. Auch ihr Blick hielt dem meinen stand, obwohl ich bemerkte, wie viel Kraft sie dafür aufwänden musste. Ihre Eltern blickten sie erwartungsvoll an. Hatte ich richtig verstanden? Mein Blick musste wohl Bände sprechen, denn nach einer kurzen Pause sah sie wieder auf ihren Teller hinunter und redete in trotzigem Ton weiter. „Der Arzt hat gesagt, dass ich das eventuell bald loswerden könnte, aber dafür müsste ich mit jemandem schlafen.“
Ihre Eltern schauten sie immer noch erwartungsvoll an. Was war das hier? Hatte sie gerade wirklich erzählt, dass sie versucht, mir fremd zu gehen? Sollte ich lachen? War das ein Witz? Der Vater sah mich wieder mit einem verschmitzten Gesicht an. Nein, das war kein Witz. Er legte seiner Tochter die Hand auf den Arm, wodurch sie sich noch mehr anspannte. Eine Minute war es komplett still, dann holte sie tief Luft und sah mir wieder direkt in die Augen. „Pah, bald loswerden“, stieß sie hervor. „Einen Scheiß weiß der. Das hat bisher nicht funktioniert, und es wird auch in Zukunft nicht funktionieren.“ Sie redete sich in Rage. „Weißt du eigentlich, mit wie vielen Männern ich diesen Monat schon schlafen musste?“ Ich schüttelte automatisch den Kopf, aber es war nicht mehr als ein Reflex. „Natürlich nicht“, grummelte sie, sah wieder zu ihrem Teller hinunter und stocherte mit ihrem Löffel in der Grießsuppe herum. Die Mutter sah mich freudig an. „Ungeschützt“, sagte sie.
Ich erhob mich. „Dürfte ich kurz auf die Toilette?“ Die Mutter zeigte in Richtung Hausflur. „Aber natürlich. Gleich die zweite Tür rechts.“ Sie lächelte mich immer noch freundlich an. Ich zog die Tür zum Flur auf, ging hindurch und warf einen Blick über die Schulter zurück zum Tisch. Die Eltern sahen ihre Tochter stolz an, der Vater hatte ihre Hand ergriffen und drückte sie. Ihre Haltung hatte sich etwas entspannt, scheinbar hatte sie den ganzen Abend schon auf diesem Geständnis gesessen. Ich entfernte mich vom Esszimmer und ging den Flur entlang. Was war das hier für eine Scheiße? Was zur Hölle war hier los? Ich passierte die Tür zur Toilette und ging weiter geradeaus, bis ich an der Haustür angekommen war. Ohne zu überlegen und in aller Ruhe griff ich mir meine Jacke, schlüpfte hinein, zog mir ohne Hast meine Schuhe an und verließ die Wohnung. Ich versuchte kurz meine Gedanken zu sortieren, aber bevor es mir gelingen konnte, hatte ich auch schon die erste Treppenstufe nach unten genommen. Sie knarzte so laut, dass es im ganzen Haus zu hören sein musste.
Als ich im Zwischengeschoss angekommen war, sah ich, dass ich das schnurlose Telefon auf der kleinen antiken Kommode liegengelassen hatte. Zögernd ergriff ich es, drehte mich um und überlegte, ob ich es den Eltern vielleicht zurückbringen sollte. Ich drückte eine Taste, das Display leuchtete auf und verriet mir, dass ich vor nicht mal einer Stunde erst hier angekommen war. Vor nicht mal einer Stunde war ich noch aufgeregt gewesen, ihre Eltern kennenzulernen.
Ich legte das Telefon behutsam zurück auf die Kommode und ging so vorsichtig wie möglich die knarzenden Treppenstufen nach unten.
„Es wird ja wirklich mal Zeit, dass wir dich kennenlernen“, sagte der Vater. Er blickte verschmitzt zu seiner Tochter hinüber. „Wir haben ja schon soviel über dich gehört.“
Sie warf ihm einen etwas erbosten Blick zu. Es war die erste wirkliche Regung ihrerseits an diesem Abend, alles andere schien unnatürlich zu sein. Sie saß stocksteif da, die linke Hand unter dem Tisch versteckt, mit der rechten schob sie den Löffel immer hin und her durch die Grießsuppe. Man sah ihr die Appetitlosigkeit richtig an.
„Ja, wie habt ihr euch denn kennengelernt?“, fragte jetzt ihre Mutter. Ich lächelte ihr freundlich zu, seufzte aber innerlich. Immer wieder dieselbe Geschichte. Ja, wir haben uns im Internet kennengelernt. Ja, ich komme sonst nicht so oft dazu, Frauen kennenzulernen. Nein, ich halte das nicht für total unpersönlich. Zumindest hielt ich es bisher nicht dafür. Jetzt… nun, jetzt war ich nicht mehr sicher. Alles, was ich dachte, von ihr gewusst zu haben, schien nun ins komplette Gegenteil gewandelt zu sein. Sie saß immer noch stocksteif da und sah aus wie ein Häufchen Elend. Ihre Eltern fanden das aber wohl nicht unüblich – oder sie überspielten es einfach.
Zum Glück schien meine Geschichte einigermaßen langweilig zu sein, denn die Mutter nickte nur höflich und sah hin und wieder zu ihrer Tochter hinüber, während der Vater fleißig in seiner Grießsuppe löffelte. „Ach, du hast auch Tennis gespielt? Sie ist ja immer noch im Verein.“ Was tat ich hier? Ich war es gewohnt, von Eltern ausgefragt zu werden, aber diese hier schienen kein sonderliches Interesse an mir zu zeigen. Eher im Gegenteil, mir kam es vor, als wollten sie mir ihre Tochter schmackhaft machen.
Mein Handy summte, und ich war beinahe dankbar für den Vorwand, meinen Blick abzuwenden und die Nachricht zu lesen. Darin stand, dass ich mich doch bitte mal melden sollte. „Es tut mir wirklich leid, aber dürfte ich vielleicht mal ganz kurz telefonieren?“, fragte ich. Sie blickte kurz von ihrem Teller auf, ein skeptischer Gesichtsausdruck streifte mich. Die Mutter reagierte erst eine Sekunde später. „Natürlich, natürlich. Gar kein Problem.“ Sie stand auf, ging zur Kommode und brachte mir das schnurlose Haustelefon. „Hier, bitte schön“, lächelte sie mich an. Ich sah von ihrem Gesicht in das des Vaters – kein Zweifel, die Freundlichkeit war echt. Was stimmte hier nicht?
Mit einem entschuldigenden Blick stand ich auf und ging aus dem Esszimmer in den Flur. Schon während ich die Nummer wählte, fing ich an zu gehen; eine nervöse Art meinerseits. Während des Gesprächs öffnete ich unbewusst die Wohnungstür und stapfte sogar ein halbes Stockwerk nach unten. Ich beendete das Gespräch, legte das Telefon mechanisch auf den kleinen Schuhschrank neben mir und bemerkte erst dann wirklich, dass ich auf halber Höhe im Hausflur stand. Mir war gar nicht aufgefallen, wie edel das ganze Haus eingerichtet war, sogar hier im Hausflur stand eine kleine antike Kommode mit einer kleinen antiken Lampe darauf. Ich stieg wieder die paar Stufen zur Wohnung der Eltern nach oben und sah auch erst jetzt, wie edel die Wohnungstür war. Richtig früher Altbau, dunkles Holz und vergoldete Elemente. Ich betrat die Wohnung zum zweiten Mal an diesem Abend, sah mich aber zum ersten Mal bewusst um. Direkt von der Position hinter der Wohnungstür konnte man links einen Blick in vier angrenzende Zimmer werfen, die ähnlich edel und antik eingerichtet waren, und nach rechts ging der Flur noch ein ganzes Stück weiter. Überall lagen schwere Teppiche, an jeder Zimmerdecke hing ein Kronleuchter. Wieso fiel mir das erst jetzt auf?
Mit einem leichten Seufzen betrat ich wieder das Esszimmer. Die Eltern schienen gerade mit ihrer Tochter geredet zu haben, denn sie erwarteten offensichtlich eine Antwort, die sie wohl noch offensichtlicher nicht bekommen würden. Sie saß immer noch steif vor ihrer Grießsuppe. Nein, steif war nicht das richtige Wort – eigentlich war ihre Körperhaltung eher schlaff, sie wirkte einfach nur angespannt. Der Holzboden knarzte, als ich einen Schritt zurück zum Tisch machte, die Eltern blickten zu mir auf und lächelten wieder freundlich. „Entschuldigung“, sagte ich leise, während ich mich wieder setzte. Die Mutter winkte ab. „Gar kein Problem, wir wissen doch wie das mit dem Beruf ist.“ Der Vater nickte wissend und löffelte sich gerade den letzten Klecks Grießsuppe in den Mund, um sich dann entspannt zurückzulehnen.
„Willst du ihm nicht von den Ergebnissen erzählen?“, fragte die Mutter plötzlich. Ich schreckte hoch und wusste im ersten Moment nicht, wen sie angesprochen hatte, aber beide sahen ihre Tochter erwartungsvoll an. „Was denn für Ergebnisse?“, wagte ich zu fragen. Der Vater zwinkerte mir zu und raunte: „Sie war doch beim Arzt.“, was ihm schon wieder einen kurzen und bösen Blick der Tochter einbrachte, den er aber nur mit einem weiteren Zwinkern beantwortete. „Beim Arzt?“, fragte ich. Ich wusste von nichts.
Ich sah ihr an, wie schwer es ihr fiel, aber sie blickte endlich von ihrem Teller auf und sah mir in die Augen. „Ich versuche gerade, mit meinem Tennislehrer zu schlafen.“ Ihre Stimme war leise, aber dennoch fester als man bei ihrer Haltung hätte vermuten können. Auch ihr Blick hielt dem meinen stand, obwohl ich bemerkte, wie viel Kraft sie dafür aufwänden musste. Ihre Eltern blickten sie erwartungsvoll an. Hatte ich richtig verstanden? Mein Blick musste wohl Bände sprechen, denn nach einer kurzen Pause sah sie wieder auf ihren Teller hinunter und redete in trotzigem Ton weiter. „Der Arzt hat gesagt, dass ich das eventuell bald loswerden könnte, aber dafür müsste ich mit jemandem schlafen.“
Ihre Eltern schauten sie immer noch erwartungsvoll an. Was war das hier? Hatte sie gerade wirklich erzählt, dass sie versucht, mir fremd zu gehen? Sollte ich lachen? War das ein Witz? Der Vater sah mich wieder mit einem verschmitzten Gesicht an. Nein, das war kein Witz. Er legte seiner Tochter die Hand auf den Arm, wodurch sie sich noch mehr anspannte. Eine Minute war es komplett still, dann holte sie tief Luft und sah mir wieder direkt in die Augen. „Pah, bald loswerden“, stieß sie hervor. „Einen Scheiß weiß der. Das hat bisher nicht funktioniert, und es wird auch in Zukunft nicht funktionieren.“ Sie redete sich in Rage. „Weißt du eigentlich, mit wie vielen Männern ich diesen Monat schon schlafen musste?“ Ich schüttelte automatisch den Kopf, aber es war nicht mehr als ein Reflex. „Natürlich nicht“, grummelte sie, sah wieder zu ihrem Teller hinunter und stocherte mit ihrem Löffel in der Grießsuppe herum. Die Mutter sah mich freudig an. „Ungeschützt“, sagte sie.
Ich erhob mich. „Dürfte ich kurz auf die Toilette?“ Die Mutter zeigte in Richtung Hausflur. „Aber natürlich. Gleich die zweite Tür rechts.“ Sie lächelte mich immer noch freundlich an. Ich zog die Tür zum Flur auf, ging hindurch und warf einen Blick über die Schulter zurück zum Tisch. Die Eltern sahen ihre Tochter stolz an, der Vater hatte ihre Hand ergriffen und drückte sie. Ihre Haltung hatte sich etwas entspannt, scheinbar hatte sie den ganzen Abend schon auf diesem Geständnis gesessen. Ich entfernte mich vom Esszimmer und ging den Flur entlang. Was war das hier für eine Scheiße? Was zur Hölle war hier los? Ich passierte die Tür zur Toilette und ging weiter geradeaus, bis ich an der Haustür angekommen war. Ohne zu überlegen und in aller Ruhe griff ich mir meine Jacke, schlüpfte hinein, zog mir ohne Hast meine Schuhe an und verließ die Wohnung. Ich versuchte kurz meine Gedanken zu sortieren, aber bevor es mir gelingen konnte, hatte ich auch schon die erste Treppenstufe nach unten genommen. Sie knarzte so laut, dass es im ganzen Haus zu hören sein musste.
Als ich im Zwischengeschoss angekommen war, sah ich, dass ich das schnurlose Telefon auf der kleinen antiken Kommode liegengelassen hatte. Zögernd ergriff ich es, drehte mich um und überlegte, ob ich es den Eltern vielleicht zurückbringen sollte. Ich drückte eine Taste, das Display leuchtete auf und verriet mir, dass ich vor nicht mal einer Stunde erst hier angekommen war. Vor nicht mal einer Stunde war ich noch aufgeregt gewesen, ihre Eltern kennenzulernen.
Ich legte das Telefon behutsam zurück auf die Kommode und ging so vorsichtig wie möglich die knarzenden Treppenstufen nach unten.
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