Californication
It’s a gay priest!
Hank Moody (David Duchovny) ist genau das: moody. Launisch. Als er noch in New York lebte, war er ein erfolgreicher Autor, dessen Bücher sogar mit mächtig viel Erfolg verfilmt wurden. Dann zog die kleine Familie nach Los Angeles, und jetzt, da seine große Liebe Karen (Natascha McElhone) einen neuen Partner gefunden hat und die gemeinsame Tochter Rebecca (Madeleine Martin) nur noch wenig Zeit mit ihm verbringt, stürzt der arme Hank in ein Loch aus… Naja, er beschreibt es selbst als “sea of endless pussy“. Er schreibt nicht mehr, träumt schlecht, bügelt jeden Tag mindestens eine andere Frau und will doch nur eins: Wieder mit Karen zusammenkommen und die Familie wieder aufleben lassen. Dass ihm das natürlich nicht so wirklich gelingt, muss ich hier wohl nicht erwähnen…
Californication ist eine Serie, die mit gutem Grund nur im privaten Fernsehen läuft. Es scheint, als wäre jede einzelne Folge ein feuchter Traum eines notgeilen und ungebumsten Volltrottels, der gern mal wieder zum Stich kommen würde. Darum dreht es sich nämlich hauptsächlich in den ersten zwei Staffeln: Sex. Die Geschichte um das verloren gegangene Talent ist eher hintergründig, man bekommt sie einfach so am Rand mit. Gleichzeitig bricht Californication so ziemlich jedes Tabu, das das amerikanische Fernsehen sich irgendwann mal ausgedacht hat. Nackte Menschen, Drogen, wirklich üble Sprüche und sogar Gewalt – alles hat seinen Platz und wird auch schonungslos gezeigt. Und vielleicht macht es das gerade so interessant, diese Mischung aus übertriebenem Realismus und sexsüchtigen Fantasien. Jedenfalls funktioniert die Serie, und das sogar besser, als man es David Duchovny zutrauen würde.
Zu dem geglückten Storyline-Sprung gesellt sich noch eine sehr solide Technik, die das Bild abrundet. Sehr gute Kameraführung ohne große Innovation, aber dafür umso bessere Lichtsetzung und sehr hübsch anzusehende Locations halten den Zuschauer immer wieder gebannt. Genau das, was eine gute Serie ausmacht. Die Schauspieler sind beinahe ausnahmslos super gewählt und leben ihre Rolle wirklich brillant. Beinahe? Ja, leider stößt mir Madeline Zima als Hanks Nemesis Mia ziemlich sauer auf. Aber ich vermute, dass das einfach nur eine persönliche Sache ist – andere Zuschauer lieben sie. Deswegen will ich nicht zu hart urteilen.
Exzessiv
Screens

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Categories: 1 - Absolut gut, Filme und Serien
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