Besser als Filme
Was bin ich froh, dass man nicht in ein Kino gehen muss, um Serien zu schauen. Serien sind sowieso viel besser als Filme, zumindest wenn sie gut sind. Die Charaktere sind meistens einfach besser ausgearbeitet, sie erfahren eine Wandlung und lernen dazu. Die Handlung selbst verändert sich im Laufe der Serie, es gibt immer wieder eine neue Möglichkeit, Spannungsbogen und Cliffhanger auf die Zuschauer loszulassen. Zudem dauert eine Serie selten nur 90 Minuten, wohingegen Filme selten darüber hinausgehen. Man hat mit Serien einfach mehr Langzeit-Spaß.
Und genau aus diesem Grund widme ich diesen Eintrag heute mal all den Serien, die ich so sehr mag, dass sie sogar die besten Filme übertrumpfen:
- Lost
Die meisten meiner Freunde und Bekannten mögen diese Serie nicht, und ich weiß auch genau, woran das liegt: Sie haben sie nur auf Deutsch gesehen. Im englischen Original ist die Serie mindestens viermal so gut. Ich liebe die Szenerie, das ganze Setdesign ist einfach ein Augenschmaus, ich würde sogar Geld bezahlen um auf dieser Insel stranden zu können. Die Darsteller spielen absolut überzeugend und haben raffiniert ausgearbeitete Hintergrund-Geschichten, die sich kreuz und quer verstricken und den Zuschauer ziemlich fordern. Mit Anfang der fünften Staffel wurde es ein bisschen surrealer, Thema Zeitreisen und ähnliches, aber genau das finde ich auch wieder klasse. Ich kann keine Folge schauen, ohne begeistert zu sein. Und das trifft auch auf die älteren Staffeln zu, wenn ich sie mir nochmals anschaue, um eventuell übersehene Hinweise zu suchen – und siehe da, schon in den ersten paar Folgen gibt es Anspielungen auf Handlungen der letzten Folgen. Geniale Drehbücher sind also auch ein Vorteil. Und nicht zuletzt: Evangeline Lilly. Ein Traum von Frau, die würde ich mit Samthandschuhen über die Schwelle tragen.
- Heroes
Die neuen Helden schweifen komplett von der Realität ab, hier gibt es übernatürliche Fähigkeiten und andere lustige Sperenzchen, die die Postproduction-Abteilung wirklich auf harte Proben stellen, aber sie meistern eine Situation nach der anderen. Ob es nun simples Fliegen ist oder ein sehr cool anzusehendes zu-Eis-erstarren-und-zersplittern, die Effekte können sich echt sehen lassen. Aber auch hier sind die Darsteller sehr genial ausgesucht, die Kameraführung ist sehr innovativ und gewagt, passt aber absolut zum jeweiligen Moment, und die Tonmischung ist bisher wohl die einzige, die die Musik während komplizierter Dialoge weiterlaufen lässt, ohne diese zu überlagern. Ich freue mich immer über neue Folgen, denn die Handlung ist ziemlich toll gemacht, man fiebert richtig mit den Helden mit und hofft, dass sie die Zerstörung der Erde oder die Ausrottung ihrer Artgenossen verhindern können. Ach, und wenn ich schon mal dabei bin: Hayden Panettiere und Kristen Bell sind zwei weitere gute Gründe, Heroes zu schauen.
- Prison Break
Ein absolut realistisches Abenteuer hingegen ist Prison Break, hier geht alles mit rechten Dingen zu, und wenn jemand mit drei Kugeln im Leib gefunden wird, ist er auch tot, so wie es sich gehört. Die Protagonisten lassen den Zuschauer wünschen, einer von ihnen zu sein, und emotionale Menschen lassen schon mal die ein oder andere Träne fließen, wenn ein geliebter Nebendarsteller über den Jordan geht. Die Atmosphäre ist sehr überzeugend gemacht und man fühlt sich wie mittendrin, was auch sehr von der Kamera- und Schnitttechnik unterstützt wird. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Musik, die ab der zweiten Staffel leider etwas eintönig wird und nicht viel neues zu bieten hat. Aber dank Sarah Wayne Callies schaut man auch darüber gern hinweg. Und um ganz ehrlich zu sein: Auch dank Wentworth Miller. Wenn ich schwul wäre, würde ich ihn anhimmeln.
- Dexter
Ein total abgefahrenes Szenario eigentlich: Dexter erzählt die Geschichte eines Polizei-Mitarbeiters, der tagsüber Serienmörder überführt und nachts selbst zum Serienmörder wird, um die Bösewichte, die durch das Netz der Justiz fallen, selbst zur Strecke zu bringen. Die komplette Story wird hin und wieder von der Off-Stimme des Hauptdarstellers Michael C. Hall erzählt, was dem Ganzen so eine Art Tagebuch-Charakter gibt, und man fühlt sich ein bisschen wie in The Boondock Saints, man weiß zwar, dass die Aktionen des Killers eigentlich falsch sind, aber trotzdem kann man es ihm irgendwie nachempfinden und entwickelt immer mehr Sympathie für ihn. Dass Dexter ständig auf der Suche nach seinen Wurzeln ist, ist vielleicht nicht unbedingt innovativ, aber doch sehr unterhaltsam. Sein Vater scheint ein sehr berechnender Mensch gewesen zu sein, und sein Bruder erst… Wahnsinnig spannend.
- Scrubs
Die Aufsteiger-Serie über angehende Ärzte, die Zach Braff in den Schauspiel-Rängen nach oben befördert hat, geht langsam zu Ende. Die achte Staffel wird die letzte sein, und so leid es mir tut, es wird wohl das Beste sein. Gegen Ende wurden die Dialoge doch immer etwas lustloser, die Witze lahmer und die Szenarien altbackener. Aber genug gemeckert, zu seinen Anfängen war Scrubs eine kurios witzige Serie, die den Alltag in einem Krankenhaus mit allen Höhen und Tiefen sehr passend gezeigt hat, wenn man ihn durch die Augen eines leicht dümmlichen und zu groß geratenen Kindes gesehen hat. Skurrile Elemente, die man nie ganz verstanden hat, haben stets die Laune aufrecht gehalten und eventuelle Engpässe gut überbrückt, es gab sehr viele wirkliche Brüller und auch zahlreiche Momente die einem den Brustkorb zusammenschnürten. Abgerundet wurde diese Mischung von sehr guten Darstellern, die einem auf Anhieb sympathisch waren und in denen man sich selbst wiederfinden konnte. Eigentlich schade, dass es seit dem Autorenstreik stark bergab ging.
- Family Guy
Die erste Cartoon-Serie, die ich vorbehaltlos jedem empfehlen würde, weil sie einfach so unfassbar dämlich ist, dass sie eigentlich jeden Menschen auf dieser Welt zum Lachen bringen kann. Egal ob es der Vollhorst Peter, der Satansbraten Stewie oder der mehr menschlich wirkende Hund Brian ist, irgendjemand wird auf jeden Fall zum Liebling. Meiner ist natürlich Stewie, da er trotz seines Alters (er ist seit zehn Jahren ein Jahr alt) absolut geniale Sprüche bringt, andauernd versucht jemanden umzubringen (vornehmlich seine Mutter) und im Original das genialste British English überhaupt spricht. Ein Novum sind die vielen sogenannten Cut-Ins, ganz simple Clips die zwischen zwei Szenen gezeigt werden und eher selten wirklich was mit der Handlung zu tun haben. Diese Cut-Ins sind so skurril und abstrus, dass man manchmal vor Lachen vom Stuhl fällt. Und da ich angeblich schlecht darin bin, Witze zu erzählen, beauftrage ich euch hiermit, eine Folge Family Guy im Original anzuschauen!
So, das war nur mal eine kleine Auswahl. Wie, ihr wollt mehr? Dann schaut doch mal in der passenden Kategorie nach!
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Klebriger Boden überall
Letzte Woche, als mein Bruder Geburtstag hatte, war es mal wieder soweit. Wir waren alle zusammen im Kino, um uns
Crank: High Voltage anzuschauen, und zwar im CineStar auf der Mainzer Landstraße.
Das Publikum dort war sehr typisch für das Gallusviertel, hier sagen sich noch Mehmet und Örbut gute Nacht. Nein, ich habe nichts gegen Ausländer, nur gegen Idioten, und das Gallusviertel ist nun mal leider voll davon. In der Lounge kann man kaum gerade sitzen, weil man andauernd von irgendwelchen schreienden Tussis in lila-pinken Presswurst-Tops umgerannt wird, weil sie sich Diät-Popcorn in Massen kaufen lassen. Der Geräuschpegel schwankt zwischen unerträglich schrill und abartig muhend, wenn die diversen Jogginghosen-Opfer mit Goldkettchen in ihre Samsung-Aufschieb-Handys brüllen, dass sie jemanden umbringen wollen und alle ihre Brüder mitbringen werden. Es riecht durchdringend nach Fett, ob von einer Friteuse oder von Haaren lässt sich schwer definieren. Der Teppichboden sieht aus, als wäre er vor Äonen mal weiß gewesen und hätte einfach mannigfaltige Mordfälle, Magenumdreher und Darmentleerungen miterlebt.
Dann endlich ertönt ein Gong, es ist soweit, man darf endlich seinen Hintern von den verfaulenden Stühlchen erheben und in den Kinosaal watscheln. Man erreicht die auf der Karte vermerkte Sitzreihe und ist jedes Mal wieder der Meinung, dass diese Reihe die ekligste von allen sein muss. Der für einen reservierte Platz ist sowieso besetzt, und da man sich nicht auf Diskussionen mit Argumenten wie “Ey weißtu, setz disch da aller!” einlassen will, setzt man sich halt knapp nebendran. Aber nicht zu nah, sonst besudelt man noch irgendjemandes Familienehre. Ein paar Minuten später geht das Licht aus und die Werbung beginnt, und man hört zum achttausendsten Mal: “Schenken? Ja! Aber was? Wie wär’s mit Kinokarten? Das macht Spaß!“
Ein paar Spezialisten haben sich natürlich die Werbung sparen wollen und zockeln laut palavernd durch die Sitzreihe in der man sitzt, treten einem auf die Füße und bellen laut los, dass man gefälligst Platz zu machen hat, wenn der coolste Rapper von ganz Griesheim anmarschiert. Die Eis-Werbung wird von einem extrem motivierten und gut ausgebildeten Verkäufer getoppt, der sich mit der Servierhand in der Nase bohrt, nachdem er sie aus der Hose gezogen hat. Man entscheidet sich, kein Eiskonfekt zu kaufen, weil die Packung schon ein paar Eisrosen aufweist und sowieso halb unter der kleinen Blechkasse vergraben ist.
Sobald der Film anfängt, beginnt die Kommentarfunktion des Kinos. Jeder meint, zu jeder Situation einen besonders schlauen Kommentar ablassen zu müssen und am besten lautstark zu klatschen und zu pfeifen. Es würde ja nicht sonderlich stören, wenn es wenigstens mit dem gerade gezeigten Film zu tun hätte, aber meistens wird ja der letzte Sneak-Film diskutiert, und zwar vom Platz ganz links vorne zum Platz ganz rechts hinten. So langsam fragt man sich, wieso man eigentlich zehn Euro für das alles ausgegeben hat. Dass während des Films mehrere Handys klingeln, muss ich ja nicht gesondert erwähnen. Und dass es schon wieder losgeht mit dem Umbringen und Brüderholen, ist wohl einfach typisch für das Gallusviertel.
Wenn der Film dann endlich vorbei ist, genießt man die wunderschöne Freiheit, die man hat, sobald man sich mit Ellbogen und Fäusten einen Weg nach draußen gebahnt hat, weil man nicht als Letzter zurückgelassen werden will. Dumm nur, dass sich jeder einzelne Besucher genau dasselbe denkt, und so wird es beinahe ein Lauf um das eigene Leben. Eigentlich kann man schon froh sein, dass Autos im Kino nicht zugelassen sind, sonst würde man wahrscheinlich an den Abgasen der ganzen 3er BMWs und billig getunten Opel Corsas ersticken.
Am nächsten Tag kommt man nach Hause, macht sich was zu Naschen zurecht, legt eine DVD ein, lädt ein paar ausgewählte Leute ein, macht es sich auf der Couch gemütlich, lacht und scherzt hin und her, genießt den werbefreien Film und geht danach noch entspannt was trinken. Und man freut sich, dass man für all das gerade mal zehn Euro ausgegeben hat.
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     (Bewertung: 5,00 von 5 bei 1 Votes)
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Wer kennt´s?
Kann sein, dass ich ein bisschen pedantisch bin. Bin ich sogar manchmal gerne. Hin und wieder gibt es halt so Zeiten, da muss ich einfach mein übermäßiges Wissen raushängen lassen und die Menschen in meiner näheren Umgebung korrigieren wo es nur geht. So auch letztens bei einem Berufsschul-Kollegen, der einen Text für einen Party-Flyer entwarf. Er tippte und tippte, und dann sollte ich noch einmal drüberschauen, ob der so okay wäre, weil ich ja offenbar soviel Ahnung in Sachen Werbetexte hab. Na meinetwegen. Letztendlich war der Text sogar recht gut, aber ein Fehler stieß mir sehr sauer auf: Er hatte die Mehrzahl von
DJ gesucht, also mit einem Akzent versehen und ein
s hintendran gehängt.
DJ´s. Ich fragte ihn nach dem Grund, und er fragte nur: “
Wieso, wie schreibt man das denn sonst?” Ich schlug ihm den Apostroph vor, da der Akzent da nichts zu suchen hat, und er schaute mich so dümmlich an wie ein Offenbacher ein Kreuzworträtsel. Hatte er wohl noch nie gehört.
Ich zitiere kurz aus Wikipedia, da dort sogar die richtige Fassung steht:
Der Apostroph [...] ist ein Satzzeichen, das in der deutschen Sprache Auslassungen in einem Wort kennzeichnet oder zwingend den Genitiv von Eigennamen verdeutlicht, die im Nominativ bereits auf einen s-Laut [...] enden, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.
Ist ja eigentlich nicht sonderlich schwer, oder? Sollte man zumindest meinen. Aber mir kam in der Situation in den Sinn, dass ich beinahe noch nie einen Text gelesen habe, in dem ein richtiger Apostroph auftauchte – es waren fast immer Akzente. Ihr wisst schon, die Dinger, die auf französische Wörter draufkommen. Und, wie sieht’s besser aus? Wie sieht´s besser aus? Und vor allem: Wer kann jetzt erkennen, welcher der korrekte Apostroph ist und welcher der falsch eingesetzte Akzent ist? Wer wusste eigentlich schon vor diesem Eintrag hier, was er da immer getippt hat?
Lasst es mich also noch mal kurz zusammenfassen:
Nun, so mitten im Schreiben merke ich gerade, dass ich – mal wieder – zuviel von den Menschen erwarte. Anscheinend bin ich doch manchmal ein Pedant, aber gut, dass es mir persönlich egal sein kann, was andere Leute schreiben. Hauptsache, ich mache es richtig. Vielleicht hab ich davon ja irgendwann noch mal einen Vorteil.
Übrigens fand ich die Erklärung von meinem Your’s-Kollegen Daniel ziemlich genial, der ganz trocken meinte, der ‘ sei ein normaler Apostroph und der ´ sei einfach ein besoffener Apostroph. Darüber musste ich tatsächlich lachen, obwohl das eigentlich gar nicht mal so lustig ist. Vielleicht wollte ich auch nur darüber lachen, um mir selbst zu zeigen, wie unwichtig das ist, wenn halb Deutschland es falsch macht.
Dass der originale Apostroph nicht mal so aussieht ‘, sondern so ’, erwähne ich jetzt lieber nicht mehr. Ich höre eure Typografie-Kenntnisse ja bis hierher schnarchen…
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Nur ein Mythos oder pures Glück?
Ich will mal ganz von vorne anfangen, damit ich mich nicht in irgendwelchen Aussagen verheddere: Ich denke, es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen
Liebe und
verliebt sein. Genauso zwischen
verliebt sein und
verknallt sein. So, damit hätten wir das für’s Erste geklärt.
Gibt es so etwas wie die Liebe auf den ersten Blick? Ich behaupte: Nein. Es mag Faszination auf den ersten Blick geben, vielleicht sogar Verknalltsein auf den ersten Blick, aber doch keine Liebe. Liebe ist viel mehr als nur das Gefühl, sich hinsetzen zu müssen, weil das Objekt der Begierde einen angeschaut hat.
Die meisten haben es ja selbst schon einmal erfahren dürfen oder müssen, man entdeckt in weiter Ferne ein begehrenswertes Wesen, das rein optisch soviel hermacht, dass man sich am liebsten ein Foto auf das Kopfkissen legen würde, damit jeder Tag gut beginnen kann. Wenn es extrem ist, will man sich vielleicht sogar die besagte Visage auf die Brust tätowieren lassen, oder gar auf den Hintern. Aber das definiere ich eher als Faszination, bestenfalls als Verknalltsein. Da gehört noch einiges mehr dazu.
Gerade muss ich an das grandiose Buch Vollidiot von Tommy Jaud denken, denn dort ist eigentlich das absolute Klischee-Denken von Verliebtheit beschrieben. Und nein, ich meine nicht den Film, so eine Verunglimpfung würde ich nicht als Beispiel für irgendwas nehmen. Ich rede nur von dem Original, nämlich dem Buch.
Der arme Held Simon ist ja auch dort absolut in die edle Marcia verknallt, kann nicht mehr aufhören an sie zu denken, malt sich seine Zukunft mit ihr aus, kriegt keinen klaren Gedanken zu fassen wenn sie ihn bedient – und am Ende, als er mit ihr ausgehen will, merkt er erst, was für eine gewöhnliche Tussi sie plötzlich ist (und schon immer war).
Und so in etwa läuft es ja auch in der Wirklichkeit ab. Man gafft also zu einer Person, deren Gesicht man am liebsten auf seinem Kopfkissen hätte, und wenn man dann tatsächlich mal den Mut zusammen nimmt und sie anspricht, merkt man, dass sie doch überhaupt gar nichts besonderes ist. Wer in so einer Situation logisch genug denken kann, wird mir zustimmen, dass es sich hierbei nicht um Liebe handeln kann. Liebe ist etwas, was man sich erarbeiten muss. Wenn man ein halbes Jahr miteinander verbracht hat und den Rest seines Lebens noch genauso verbringen will, dann kann man das schon eher Liebe nennen (wobei der Unterschied zur Gewöhnung dann nicht mehr so groß ist, aber dazu vielleicht in einem anderen Eintrag mehr). Liebe gibt es erst, wenn man den Partner mindestens genauso gut kennt wie sich selbst. Tut mir leid, dass ich meinen naiven und rosarotebrilletragenden Lesern jetzt die Illusion zerstören muss, aber Liebe auf den ersten Blick gibt es nicht.
Manch einer wird sich jetzt herausreden wollen mit dem Argument: “Aber ich wusste von Anfang an, dass ich sie wollte, und wir sind seit fünf Jahren zusammen!“
Gut, freut mich, aber das ist dann einfach Glück, dass es im Endeffekt geklappt hat. Meistens ist es aber nicht so erfreulich, fast jeder wird seine Geschichten haben von einseitigen Gefühlen, unerwiderter Zuneigung und ähnlichem. Und wenn es schon kein Glück ist, dann steckt meistens extrem viel Arbeit dahinter, bis man sich entweder die Person oder sein eigenes Ego so sehr zurechtgebogen hat, dass es passt. Bei Liebe auf den ersten Blick müsste es doch eigentlich von Anfang an ohne Probleme klappen, oder? Kein Streit, keine Probleme, kein Nichts. Wie langweilig! Da arbeite ich lieber an einer Beziehung, denn wie schon ein sehr weiser Mann einmal sagte (und merkt euch das!):
“Nothing in this world worth having comes easy.“
Wenn er wüsste, wie sehr das stimmt…
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     (Bewertung: 5,00 von 5 bei 1 Votes)
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