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Archiv für die Kategorie ‘100 Wahrheiten’

100 Wahrheiten, Folge 3: Politikverdrossenheit

19. Januar 2009 5 Kommentare

Warum man wählen gehen sollte


Da sich eine meiner treuesten Leserinnen meine Meinung zum Thema Politikverdrossenheit gewünscht hat, werde ich nun meine verdammte Pflicht erfüllen und einen doofen Beitrag über doofe Politikverdrossenheit dank doofer Politiker schreiben.

Warum geht man denn eigentlich wählen? Eine gute Frage. Ist irgendeiner der Streithähne auf den Plakaten denn überhaupt interessant? Hält irgendjemand, was er oder sie verspricht? Erwartet uns eine rosige Zukunft? Sind Piraten wirklich cooler als Anwälte?

Manche sind doch tatsächlich so doof und glauben an die deutsche Demokratie. Schief gewickelt, würde ich sagen. Es geht doch gar nicht mehr um Demokratie, es geht nur noch darum, wer die dickeren Eier hat und sich im Landtag oder Bundestag am besten präsentieren kann. Wenn die NPD-Abgeordneten nicht immer so hässlich wären und mal weniger stottern würden, würden sie bestimmt auch mal Applaus bekommen, statt immer nur ausgebuht zu werden.

Also, warum geht man wählen?


Mittlerweile kann man ja davon ausgehen, dass es egal ist, welche Partei die Führung übernimmt, weil ja sowieso höchstens 5% der Versprechungen eingehalten werden. Für richtige Änderungen gibt es einfach zuwenig Budget, zuviele Knüppel zwischen den Beinen und einfach zuviele Hürden, über die die werten Damen und Herren Politiker sehenden Auges stolpern. Und die Regierungsperiode reicht sowieso nicht aus, um mannigfaltige Neuerungen zu bringen, also versagt eine Partei nach der anderen, nur um von der nächsten, die frech genug ist, abgelöst zu werden.

Meiner Meinung nach sind die Wahlen nicht mehr dazu da, um positive Änderungen in den Bundestag zu bringen – die Wahlen sind einfach das letzte verbleibende Mittel des kleinen Bürgers, das kleinere Übel zu wählen, Schlimmeres zu verhindern. Alles, was wir tun, ist zwischen Teufel und Satan zu entscheiden. Vom Regen in die Traufe? Naja, vielleicht mal von der Traufe zurück in den Regen. Und in vier Jahren wieder alles von vorne. Na bravo. Ach, leckt mich doch, ich geh nicht mehr wählen, bringt ja eh nichts.

Soviel dazu.

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100 Wahrheiten, Folge 2: Die arme deutsche Sprache

16. Januar 2009 2 Kommentare

Wie faul kann man sein?


Habt ihr nicht auch manchmal Schmerzen in den Augen, wenn ihr sowas lesen müsst?
Ey ich geh Aldi brauch iwie Essen kp vllt Burger ma schaun by


Mir dreht sich da irgendwas im Kopf rum. Es ist ja schön und gut, wenn man in SMS noch Worte wie vielleicht oder irgendwie abkürzt, wenn man die 160 Zeichen nicht überschreiten will. Aber in den Zeiten der Mails sollte es doch eigentlich möglich sein, so einfache Worte auszuschreiben.

Was passiert denn mit der deutschen Sprache? Wird sie langsam durch ein Idiotendeutsch ersetzt, in dem i nur im Doppelpack vorkommen darf, in dem Artikel, Punkte und Fragezeichen einfach weggelassen werden, in dem es egal ist, ob man das mit einem oder zwei s schreibt? Oder werden einfach nur die Menschen dümmer, dass sie das alles nicht mehr anwenden können?

Meinetwegen, Deutsch ist keine einfache Sprache, laut einiger ausländischer Bekannter ist Deutsch sogar eine der schwersten Sprachen überhaupt. Aber trotzdem sollte es doch Leuten, die hier aufgewachsen und vielleicht nicht im hohen Bogen von der Sonderschule geflogen sind, kein Problem bereiten, einen vollwertigen Satz mit ausgeschriebenen Worten, Subjekt-Prädikat-Objekt, Interpunktion und korrekter Rechtschreibung zu formulieren. Oder?

Ich schreibe was ich mache


Genauso schrecklich finde ich es, wenn Leute schreiben, was sie machen. Am besten noch so, dass nicht erkennbar ist, dass das kein Teil der eigentlichen Aussage ist. Das beste Beispiel sind komischerweise Mails von älteren Damen, sagen wir mal ab 38 Jahren aufwärts. Da lese ich so sagenhaft tolle Wortvergewaltigungen wie:
hihi ja ich hab das gesehen lachweg der war total lustig frechgrins


Und ich frage mich immer wieder: Muss das sein? Wer kann oder will so etwas die ganze Zeit lesen und entziffern? Ist das die neue Art des Gehirntrainings, einfach sinnlosen Mails irgendeinen Sinn zuordnen? Ist das die Zukunft der deutschen Sprache? Dann aber Prost Neujahr.

Oder, um es für die hier beschriebenen mental minderbemittelten Leute deutlich zu machen:
ja ey weiß net kp nervt voll dieses abkürzen usw haha lachweg lass ma roqqn ey xD


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100 Wahrheiten, Folge 1: Ich hasse Smalltalk

13. Januar 2009 2 Kommentare

Vorwort


So, endlich ist es soweit, meine neue Blog-Serie startet heute und jetzt. Worum geht es hier? Nun, ich werde über das Jahr 2009 verteilt ein paar Beiträge schreiben, die durchaus ernst zu nehmen sind und ungelogen sind.

Und diese Beiträge werden unter dem sagenhaft innovativen Banner 100 Wahrheiten stehen. Warum 100? Weil es eine passende Zahl ist. Das Jahr hat noch 50 Wochen, also dürften zwei Wahrheiten pro Woche hinkommen. Ein bisschen Verzögerung darf von Zeit zu Zeit erwartet werden, da ich ja beispielsweise übernächste Woche im Urlaub bin.

Was für Beiträge werden euch erwarten? Nun, das hängt auch teilweise von euch ab. Schreibt mir in die Kommentare, was ihr gerne lesen würdet, worüber ihr meine ehrliche Meinung haben wollt oder wozu ich einfach meinen Senf abgeben soll.

So, zu Beginn der Serie werde ich einfach mal seicht anfangen. Das Thema heute:

Ich hasse Smalltalk


Ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass ich nur einer der tausenden Männer bin, denen Smalltalk absolut auf die Nerven geht. Dieses ewige Na, wie geht’s dir?, Was hast du am WE gemacht? und ähnliche Stimmungskiller sind ein Hauptgrund dafür, dass wir so sind, wie wir sind.

Die Metapher


Wir Männer sind da so: Wenn uns etwas interessiert, dann gehen wir darauf zu und versuchen, das Ziel zu erreichen. Man kann sich das ganze vorstellen wie ein Haus. Wir schauen durch das Fenster, sehen ein Schnitzel auf dem Tisch liegen, rennen kurzentschlossen die Tür ein und genießen das Schnitzel.

Frauen hingegen stehen vor dem Haus, sehen durch das Fenster eine hübsche Handtasche (oder wahlweise ein hübsches Paar Schuhe), schauen erstmal in den Himmel und philosophieren über das Wetter. Gut Ding will ja Weile haben. Wenn das Wetter abgehakt ist, wird mal vorsichtig an der Tür geklopft. Aber bloß nicht zu fest, es könnte ja jemand zuhause sein. Dann wird über die Beschaffenheit der Tür geschwatzt. Sie mal zu öffnen, kommt überhaupt nicht in Frage. Man will ja niemanden verscheuchen.

Die Realität


Wenn wir das nun auf’s Flirten übertragen, sieht das Ganze noch um einiges lustiger aus.

Männer sind kurz und knackig, gehen zu einer attraktiven Frau hin und fragen: “Hey, du gefällst mir, wie wär’s wenn du morgen früh bei mir aufwachst?
Nachdem die Piña Colada zum größten Teil aus den Klamotten und den Haaren gewaschen ist, wird die nächste attraktive Dame gefragt. Und siehe da, ein paar Versuche und Waschgänge später hat unser Held Erfolg, die Angebetete ist von Mut und Selbstbewusstsein beeindruckt und lässt sich auf etwas ein. Der Mann hat also nun die Chance, ihr zu beweisen, dass er der Mann für den Rest aller Tage ist (aber ob er sie nutzt, ist eine andere Frage). Zeitaufwand bis zu dieser Chance: wenige Stunden.

Frauen hingegen sind vorsichtig, wie kleine Tigerbabies, die noch nicht wissen, wie man gut pirscht. Sie sehen einen attraktiven Mann, erschrecken und stürzen erstmal panisch auf die Toilette. Sitzen die Haare? Make-Up nicht verschmiert? Keine Schweißflecken unter den Armen? Erst, wenn die äußeren Faktoren stimmen, wird angefangen zu flirten. Dazu stellt sich unsere Heldin in unmittelbare Nähe des Opfers (knapp elf Meter weg) und beobachtet (scheinbar) unauffällig die Blickrichtungen des Mannes. Schaut dieser sie an, wird schnell weggeschaut. Wie peinlich. Schaut der Mann eine andere Frau an, wird wütend ein Schlachtplan gegen die Dreckschlampe geschmiedet, die es gewagt hat, den Traummann zu stehlen.
Wenn die Kindereien irgendwann beendet sind, erwartet unsere Heldin, dass unser Held sie anspricht. Selbst ansprechen kann sie nicht, sie will sich ja nicht blamieren und mit einem dämlichen Anmachspruch – ja, alle Anmachsprüche sind dämlich! – alles versauen. Wir gehen einfach mal davon aus, dass das Opfer unsere Heldin bemerkt und tatsächlich anspricht. Sie benimmt sich etwas angetrunken, damit sie notfalls immer die Ausrede parat hat: “Ach, diese Piña Colada…
Aber selbst wenn unsere Heldin sich noch so zusammenreißt, sich eine ganze Monatspackung Mut im Voraus genehmigt oder von einer Freundin gedrängelt wird, sie schafft es einfach nicht, zum Punkt zu kommen. Da wird über das Wetter geredet, über Berufe, über Studium, über Lieblingsmusik, über Bist-du-öfters-hier-ach-ja-ich-auch-das-ist-ja-ein-Zufall, über dies und über jenes, über alle möglichen unsinnigen Themen eben. Aber alles, was unsere Heldin über’s Herz bringt, ist, den potenziellen Traummann nach der Handynummer zu fragen. Dieser rückt natürlich die Nummer raus, ist klar, er will ja schließlich einen Stich landen. Das kleine gelbe Post-It-Zettelchen wird sorgsam zusammengefaltet und in der Handtasche platziert, aber hier erreicht die Flirt-Laune unserer Heldin ihren Höhepunkt, weiter geht es nicht. Der restliche Abend verläuft sich im Sand.
Zuhause angekommen, erwartet unsere Heldin natürlich einen sofortigen Anruf vom Traummann. Wenn er sich nicht innerhalb von 6 Stunden meldet, hat er einen Minuspunkt, pro weitere halbe Stunde kommen zwei weitere Minuspunkte hinzu. Wenn er sich dann endlich meldet, vergisst sie natürlich direkt wieder alle Minuspunkte, es ist einfach zu schön, seine Stimme zu hören. Es wird wieder über dies und das geredet, unsere Heldin versucht, den Traummann besser kennenzulernen als er sich selbst kennt. Und das nur über’s Telefon. Sie will sichergehen, dass er der Mann für den Rest aller Tage ist (und diese Chance hat er verdammt noch mal zu nutzen!). Zeitaufwand bis zu dieser Chance: mehrere Tage, manchmal Wochen.

Was lernen wir daraus?


Merkt ihr was? Eigentlich ist es doch sonnenklar, Männer und Frauen wollen im Endeffekt genau das Gleiche, sie gehen nur unterschiedliche Wege. Die Männer benötigen nur einen Bruchteil der Zeit, während die Frauen meist tagelang vor sich hindümpeln und so genügend Zeit für nagende Selbstzweifel haben, die oft genug eine echte Chance radikal zerstören. Und dann ist das Gejammer wieder groß, dann wird die beste Freundin eingepackt und die Disco unsicher gemacht. Und dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

Das hilft. Wirklich.


Frauen, eine Bitte an euch: Lernt doch endlich mal, dass ihr, wenn ihr etwas wirklich wollt, auch ruhig mit der Tür in’s Haus fallen dürft. Der Mann wird es verstehen.
Es macht nichts, wenn ihr im Haus ankommt und zuerst auf die Nase fallt. Hauptsache, ihr steht wieder auf und probiert es weiter.
Ich weiß, ihr findet den Spruch genauso dämlich wie ich, aber leider steckt da eine Wahrheit dahinter, die selbst ihr nicht leugnen könnt: Wer wagt, kann verlieren. Wer nicht wagt, hat schon verloren.
Also hört auf mit diesem bescheuerten Smalltalk, er bringt euch weder schneller noch sicherer an’s Ziel. Die direkte Art ist in jedem Fall die beste Wahl – und wenn sie fehlschlägt, hätte auch Smalltalk nichts mehr geholfen. Also weg damit.

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