Vorwort
So, endlich ist es soweit, meine neue Blog-Serie startet heute und jetzt. Worum geht es hier? Nun, ich werde über das Jahr 2009 verteilt ein paar Beiträge schreiben, die durchaus ernst zu nehmen sind und ungelogen sind.
Und diese Beiträge werden unter dem sagenhaft innovativen Banner
100 Wahrheiten stehen. Warum 100? Weil es eine passende Zahl ist. Das Jahr hat noch 50 Wochen, also dürften zwei Wahrheiten pro Woche hinkommen. Ein bisschen Verzögerung darf von Zeit zu Zeit erwartet werden, da ich ja beispielsweise übernächste Woche im Urlaub bin.
Was für Beiträge werden euch erwarten? Nun, das hängt auch teilweise von euch ab. Schreibt mir in die Kommentare, was ihr gerne lesen würdet, worüber ihr meine ehrliche Meinung haben wollt oder wozu ich einfach meinen Senf abgeben soll.
So, zu Beginn der Serie werde ich einfach mal seicht anfangen. Das Thema heute:
Ich hasse Smalltalk
Ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass ich nur einer der tausenden Männer bin, denen Smalltalk absolut auf die Nerven geht. Dieses ewige
Na, wie geht’s dir?,
Was hast du am WE gemacht? und ähnliche Stimmungskiller sind ein Hauptgrund dafür, dass wir so sind, wie wir sind.
Die Metapher
Wir Männer sind da so: Wenn uns etwas interessiert, dann gehen wir darauf zu und versuchen, das Ziel zu erreichen. Man kann sich das ganze vorstellen wie ein Haus. Wir schauen durch das Fenster, sehen ein Schnitzel auf dem Tisch liegen, rennen kurzentschlossen die Tür ein und genießen das Schnitzel.
Frauen hingegen stehen vor dem Haus, sehen durch das Fenster eine hübsche Handtasche (oder wahlweise ein hübsches Paar Schuhe), schauen erstmal in den Himmel und philosophieren über das Wetter. Gut Ding will ja Weile haben. Wenn das Wetter abgehakt ist, wird mal vorsichtig an der Tür geklopft. Aber bloß nicht zu fest, es könnte ja jemand zuhause sein. Dann wird über die Beschaffenheit der Tür geschwatzt. Sie mal zu öffnen, kommt überhaupt nicht in Frage. Man will ja niemanden verscheuchen.
Die Realität
Wenn wir das nun auf’s Flirten übertragen, sieht das Ganze noch um einiges lustiger aus.
Männer sind kurz und knackig, gehen zu einer attraktiven Frau hin und fragen: “
Hey, du gefällst mir, wie wär’s wenn du morgen früh bei mir aufwachst?“
Nachdem die Piña Colada zum größten Teil aus den Klamotten und den Haaren gewaschen ist, wird die nächste attraktive Dame gefragt. Und siehe da, ein paar Versuche und Waschgänge später hat unser Held Erfolg, die Angebetete ist von Mut und Selbstbewusstsein beeindruckt und lässt sich auf etwas ein. Der Mann hat also nun die Chance, ihr zu beweisen, dass er der Mann für den Rest aller Tage ist (aber ob er sie nutzt, ist eine andere Frage). Zeitaufwand bis zu dieser Chance: wenige Stunden.
Frauen hingegen sind vorsichtig, wie kleine Tigerbabies, die noch nicht wissen, wie man gut pirscht. Sie sehen einen attraktiven Mann, erschrecken und stürzen erstmal panisch auf die Toilette. Sitzen die Haare? Make-Up nicht verschmiert? Keine Schweißflecken unter den Armen? Erst, wenn die äußeren Faktoren stimmen, wird angefangen zu flirten. Dazu stellt sich unsere Heldin in unmittelbare Nähe des Opfers (knapp elf Meter weg) und beobachtet (scheinbar) unauffällig die Blickrichtungen des Mannes. Schaut dieser sie an, wird schnell weggeschaut. Wie peinlich. Schaut der Mann eine andere Frau an, wird wütend ein Schlachtplan gegen die Dreckschlampe geschmiedet, die es gewagt hat, den Traummann zu stehlen.
Wenn die Kindereien irgendwann beendet sind, erwartet unsere Heldin, dass unser Held sie anspricht. Selbst ansprechen kann sie nicht, sie will sich ja nicht blamieren und mit einem dämlichen Anmachspruch – ja,
alle Anmachsprüche sind dämlich! – alles versauen. Wir gehen einfach mal davon aus, dass das Opfer unsere Heldin bemerkt und tatsächlich anspricht. Sie benimmt sich etwas angetrunken, damit sie notfalls immer die Ausrede parat hat: “
Ach, diese Piña Colada…“
Aber selbst wenn unsere Heldin sich noch so zusammenreißt, sich eine ganze Monatspackung Mut im Voraus genehmigt oder von einer Freundin gedrängelt wird, sie schafft es einfach nicht, zum Punkt zu kommen. Da wird über das Wetter geredet, über Berufe, über Studium, über Lieblingsmusik, über
Bist-du-öfters-hier-ach-ja-ich-auch-das-ist-ja-ein-Zufall, über dies und über jenes, über alle möglichen unsinnigen Themen eben. Aber alles, was unsere Heldin über’s Herz bringt, ist, den potenziellen Traummann nach der Handynummer zu fragen. Dieser rückt natürlich die Nummer raus, ist klar, er will ja schließlich einen Stich landen. Das kleine gelbe Post-It-Zettelchen wird sorgsam zusammengefaltet und in der Handtasche platziert, aber hier erreicht die Flirt-Laune unserer Heldin ihren Höhepunkt, weiter geht es nicht. Der restliche Abend verläuft sich im Sand.
Zuhause angekommen, erwartet unsere Heldin natürlich einen sofortigen Anruf vom Traummann. Wenn er sich nicht innerhalb von 6 Stunden meldet, hat er einen Minuspunkt, pro weitere halbe Stunde kommen zwei weitere Minuspunkte hinzu. Wenn er sich dann endlich meldet, vergisst sie natürlich direkt wieder alle Minuspunkte, es ist einfach zu schön, seine Stimme zu hören. Es wird wieder über dies und das geredet, unsere Heldin versucht, den Traummann besser kennenzulernen als er sich selbst kennt. Und das nur über’s Telefon. Sie will sichergehen, dass er der Mann für den Rest aller Tage ist (und diese Chance hat er verdammt noch mal zu nutzen!). Zeitaufwand bis zu dieser Chance: mehrere Tage, manchmal Wochen.
Was lernen wir daraus?
Merkt ihr was? Eigentlich ist es doch sonnenklar, Männer und Frauen wollen im Endeffekt genau das Gleiche, sie gehen nur unterschiedliche Wege. Die Männer benötigen nur einen Bruchteil der Zeit, während die Frauen meist tagelang vor sich hindümpeln und so genügend Zeit für nagende Selbstzweifel haben, die oft genug eine echte Chance radikal zerstören. Und dann ist das Gejammer wieder groß, dann wird die beste Freundin eingepackt und die Disco unsicher gemacht. Und dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los.
Das hilft. Wirklich.
Frauen, eine Bitte an euch: Lernt doch endlich mal, dass ihr, wenn ihr etwas wirklich wollt, auch ruhig mit der Tür in’s Haus fallen dürft. Der Mann wird es verstehen.
Es macht nichts, wenn ihr im Haus ankommt und zuerst auf die Nase fallt. Hauptsache, ihr steht wieder auf und probiert es weiter.
Ich weiß, ihr findet den Spruch genauso dämlich wie ich, aber leider steckt da eine Wahrheit dahinter, die selbst ihr nicht leugnen könnt:
Wer wagt, kann verlieren. Wer nicht wagt, hat schon verloren.Also hört auf mit diesem bescheuerten Smalltalk, er bringt euch weder schneller noch sicherer an’s Ziel. Die direkte Art ist in jedem Fall die beste Wahl – und wenn sie fehlschlägt, hätte auch Smalltalk nichts mehr geholfen. Also weg damit.