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Archiv für die Kategorie ‘100 Wahrheiten’

100 Wahrheiten, Folge 20: Fotografie

23. März 2009 Keine Kommentare

Ich kann fotografieren!


Da mein letzter Eintrag und vor allem der Schreibstil mit soviel Andrang positiv bewertet wurde, werde ich mich mal bemühen, das in den nächsten Wochen beizubehalten. Also schreibe ich jetzt einfach mal drauflos, ohne genau zu wissen, wohin ich mit dem Thema eigentlich will. Hauptsache, der Titel steht: Fotografie.

Ich persönlich finde, dass der Satz “Ich kann fotografieren” absolut brutal missbraucht wird. Wenn man eine Kamera in eine grobe Richtung halten und dabei noch den Auslöser betätigen kann, kann man noch lange nicht fotografieren. Wie oft kamen mir Leute unter, die behaupteten, fotografieren zu können – und alles was man davon sah, waren so billige Party-Schnappschüsse! In solchen Situationen greife ich mir gern an den Kopf um meinen Unmut auszudrücken. Kinder, das sind keine Fotos, das sind stinknormale Bilder. Fotos haben etwas mit Kunst zu tun, sind mehr oder weniger aufwändig inszenierte und vor allem geplante Situationen, die man im passenden Moment festhalten will.
Party-Schnappschüsse haben damit nichts, aber auch gar nichts zu tun. Jeder Vollidiot kann die Automatikfunktion anschalten und einfach draufhalten, das macht einen aber nicht im Geringsten zu einem Fotografen. Nicht mal zu einem Hobby-Fotografen. Und jeder, der euch da Honig ums Maul schmieren will, versucht euch entweder ins Bett zu kriegen oder zu verarschen. Vielleicht auch beides.

Der Megapixel-Kampf


Der unbedarfte und laienhafte Käufer marschiert beim Kamerakauf in den Media Markt, sucht nach der höchsten Megapixel-Angabe und wählt danach seine Wunschkamera aus. Was für einen fatalen Fehler er damit begeht, will ich mal kurz erklären.
Merke: Die Megapixel-Zahl sagt nichts über die Qualität der Fotos aus!
Alles, was die Megapixel-Zahl aussagt, ist die Größe der Bilder. Gut, damit kann man vielleicht protzen, aber es bringt einem ja nichts. Ich kann ein Foto in einer Auflösung von 400×300 Pixeln schießen und das dann auf 4000×3000 Pixel vergrößern, dann hab ich die höchste Megapixel-Zahl, aber die Qualität ist entsprechend schlecht, weil das Bild ja nur vergrößert wurde und somit alle Kanten verwaschen und Artefakte entstehen.
Ganz schlimm ist das bei Handy-Kameras. Die brüsten sich da mit 5 Megapixeln und mehr, obwohl der Chip, der das einfallende Licht in Informationen umwandelt, gar nicht so groß ist, um diese 5 Megapixel zu füllen. Was passiert also? In der Kamera wird interpoliert, Bildinhalte werden künstlich dazugerechnet. Das kann sehr böse ins Auge gehen, besonders bei kontrastreichen Bildern.
Ich habe mir für unterwegs eine kleine Digicam gekauft, und zwar eine Casio Exilim EX-Z1050 mit satten zehn Megapixeln. Aber die Megapixel waren nicht mal ansatzweise ein Kaufargument. Ich habe nämlich nur nach der Chipgröße bewertet. Je größer der Chip, desto lichtstärker ist die Kamera, desto größer ist die Tiefenunschärfe, desto höher ist die Qualität der Bilder. Und die Z1050 hat in ihrer Klasse den größten Chip, nämlich 1/1.75″, das ist mehr als ein halbes Zoll und für so eine kleine Kamera ziemlich ordentlich. Und das ist auch das einzige, worauf es wirklich ankommt, wenn es um Qualität geht.

Blitz? Nein danke.


Die meisten Käufer achten auch sehr auf einen eingebauten Blitz. Wofür? Wenn es so dunkel ist, dass man unbedingt einen Blitz braucht, kommen eh keine gescheiten Bilder mehr zustande, weil das Kontrastverhältnis von Vorder- zu Hintergrund viel zu hoch ist, entweder der Vordergrund ist viel zu hell (brennt aus) oder der Hintergrund ist viel zu dunkel (säuft ab). Zudem reichen die meisten eingebauten Blitze kaum weiter als zwei Meter, danach kommt kaum noch Licht an. Und wenn doch, dann rechnet die Kamera die Verzögerungszeit der Strecke, die das Licht zurücklegen muss, selten mit ein, und so kommt es dann auch zu unterbelichteten Fotos.
Ganz abgesehen davon, dass die Technik der eingebauten Blitze sowieso für die Tonne ist, sollte man sich mal bewusst machen, wie ein Motiv aussieht, wenn es ganz simpel von direkt vorne, also bei 0° Winkel, angeblitzt wird. Es sieht nämlich platt aus. Ganz einfallslos, flach und langweilig. Wer sich mal ein bisschen mit Licht beschäftigt, wird feststellen, dass ein Motiv immer besser aussehen wird, wenn das Licht in einem Winkel von 15-30° von der Kamera kommt. Professionelle Fotografen haben deswegen niemals einen Blitz direkt auf der Kamera, sondern immer knapp daneben stehen, meistens auf einem Stativ mit Fernbedienung und allem Schnickschnack. Pressefotografen hingegen haben oftmals den Blitz direkt auf der Kamera, aber das auch nur aus Zeitgründen. Die umgehen das Problem der platten Bilder auf andere Weise: Sie blitzen indirekt, nämlich nicht direkt auf das Motiv, sondern hoch gegen die Decke oder gegen eine Wand. So wird das Licht reflektiert und wirkt weniger steril.
Auf Leute, die mit Blitz gegen einen Spiegel fotografieren, gehe ich hier jetzt gar nicht ein, solche Leute sind nämlich garantiert auch zu dämlich, diesen Blogeintrag überhaupt zu lesen. Selbst schuld.

“Stell dich mal dahin!”


Die Aussagekraft eines jeden Bildes steigt und fällt mit der Position und Positionierung des Motivs im Bildausschnitt. Die meisten Digicams haben den Fokus-Sensor in der Mitte des Monitors angebracht, und die meisten fallen darauf rein und setzen beispielsweise das Gesicht des Models exakt in die Mitte des Bildes. Ätsch, reingefallen.
Wenn das Gesicht in der Mitte ist, was ist dann darüber? Meistens nur leerer Raum, der Himmel oder eine weiße Wand. Das ist der sogenannte headroom, und mit dem kann kaum ein Laie umgehen, aber jeder sieht den Unterschied, wenn es richtig gemacht wird. Der richtige headroom sorgt nämlich für eine harmonische Aufteilung des Bildes in der Höhe, es sieht natürlicher und dadurch schöner aus.
In der Breite gibt es ein Äquivalent dazu, und dieses wird durch den sogenannten Goldenen Schnitt erreicht. Wen die fachliche Erklärung interessiert, der kann Google danach fragen, ich werde hier einfach nur darauf hinweisen, dass es enorm wichtig ist, Objekte weder direkt in der Mitte noch zu weit am Rand des Bilds zu platzieren. In der Mitte wirken Motive meist einsam und verloren, am Rand wirken sie zu unwichtig oder sogar unerwünscht. Wenn man schon den richtigen vertikalen Bildausschnitt wählen kann, sollte man das gleiche auch horizontal tun, denn nur so wird ein optimaler Bildausschnitt erreicht. Hierbei spricht man von der Kadrierung. Wer die beherrscht, kann sich schon um einiges glücklicher schätzen als die oben genannten Vollidioten, die einfach nur draufhalten.

Weiß ist nicht gleich Weiß


Das menschliche Auge erkennt weiß. Egal wie, egal wo, egal wann, das menschliche Auge kann sich auf weiße Farbe einstellen, und unser Gehirn verarbeitet diesen Farbwechsel so schnell, dass es schon gar nicht mehr auffällt. Am ehesten kann man das nachprüfen, wenn man in der Sonne steht und für zwei Minuten die Augen schließt. Wenn man sie dann wieder öffnet und jemanden anschaut, wird dieser jemand reichlich merkwürdig aussehen, meistens sehr grünlich oder bläulich. Aber auch da ist unser Gehirn wieder sehr anpassungsfähig und sorgt unmerklich für richtige Farben.
Die Kameratechnik ist noch nicht ganz so weit. In jeder besseren Kamera von heute gibt es eine Funktion zum Wechsel des sogenannten Weißabgleichs, der der Kamera sagt, welches Weiß wirklich weiß ist. Wer die Leuchtstoffröhren kennt und schon mal welche gekauft hat, kennt das vielleicht: Die Dinger gibt es mit verschiedenen Farbtemperaturen. Eine handelsübliche, billige Leuchtstoffröhre hat eine sehr dämliche Farbtemperatur von etwa 3800° Kelvin, es gibt aber Varianten von 2600-6500° Kelvin. Je tiefer dieser Wert, desto gelblicher und wärmer wirkt das Licht. Je höher dieser Wert, desto bläulicher und kühler wirkt das Licht. Ein sonniger Himmel hat zwischen 6500° und 8000° Kelvin, eine normale Glühbirne hingegen um die 3200° Kelvin. Wer sowas nicht wirklich versteht, kann ja mal bei Sonnenschein ein Foto mit dem Weißabgleich “Glühlampe” oder auch “Kunstlicht” schießen. Viel Spaß, es wird mächtig blau werden.
Ein guter Fotograf achtet darauf, was für Lichtquellen sich am Ort des Fotos befinden und stellt die Kamera entsprechend darauf ein. Gute Kameras können einen manuellen Weißabgleich machen, den man dann ziemlich genau auf die gewünschte Farbtemperatur einstellen kann.
Und an dieser Stelle noch ein Tipp für Leute, die meine Abneigung gegen Blitze nicht verstehen und trotzdem weiter blitzen wollen: Eingebaute Blitze haben immer eine genormte Farbtemperatur von 5600° Kelvin, “Tageslicht“. Wenn ihr am Weißabgleich rumspielen wollt, lasst den Blitz lieber aus, sonst werden die Farben totaler Murks. Wenn ihr allerdings lieber normale Blitzfotos schießt, versucht doch mal, ein kleines Stück 1/4 CTO-Folie vor den Blitz zu kleben. Diese CTO-Folie (“Convert to orange“) verändert die Farbtemperatur des Blitzes und sorgt für wärmere Farben. Und wenn ihr schon dabei seid, klemmt eine einzelne Lage eines Taschentuchs davor, damit das Licht mehr gestreut und somit weicher wird, das gibt keine so harten Kanten und lässt das Bild allgemein harmonischer aussehen.

Uff!


So, das wär’s für den Anfang, mehr fällt mir jetzt nicht aus dem Ärmel, aber ich denke, da habt ihr mal wieder ein bisschen was zum Lesen und vielleicht ja sogar zum Ausprobieren. Beispielbilder sind natürlich gern gesehen.

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100 Wahrheiten, Folge 19: Duschen oder Baden

22. März 2009 Keine Kommentare

Eine Frage der Reinlichkeit


Irgendwie scheiden sich die Geister, wenn es um Duschen oder Baden zur Reinigung des Körpers geht. Ich frag mich immer, wieso da so ein Terz drum gemacht wird, es ist doch beides Wasser, oder? Obwohl, vielleicht darf ich an dieser Stelle mal einen Songtext zitieren, auch wenn ich vergessen hab von wem er kommt, da ich zu faul bin aufzustehen und an meine Musiksammlung zu gehen:
I say, take a bath fat nigger.
He says bath don’t make no sense, I say why’s that, he says sitting in your ass water!

Und noch ein Zitat aus Friends aus einer entsprechenden Folge:
Chandler: You’re just sitting there, stewing in your own filth!

Laut einigen Leuten ist es also praktisch unsinnig zu baden, weil man dabei quasi nicht sauber wird, sondern einfach in seinem eigenen Dreck hockt. Gut, das mag vielleicht Sinn machen, aber mir persönlich geht es beim Baden gar nicht so sehr um das Sauberwerden selbst.

Für mich ist Baden irgendwie eher ein Mittel, um zu entspannen, um sich in Ruhe mit dem Quietscheentchen vergnügen zu können und um verkrampfte Muskeln zu lockern. Ich bade lieber, wenn ich einen harten Arbeitstag hinter mir hab und mal eine halbe Stunde Ruhe brauche. Dass man sich beim Baden hinterher nicht so sauber fühlt wie beim Duschen ist allerdings kein Argument, das Baden sein zu lassen. Man kann ja schließlich im Anschluss noch Duschen. Aber selbst die Kritiker müssen doch zugeben: Nach einer entspannten halben Stunde im Bad fühlt man sich seelisch und körperlich gleich viel besser. Man muss halt auch nicht immer nur das Äußere, sondern auch das Innere pflegen.

Duschen kann allerdings auch sehr toll sein. Manchmal kommt es vor, dass ich morgens erst später zur Arbeit muss, beispielsweise um 11 Uhr, und da nutze ich gern mal die Gelegenheit zum langen und ausgiebigen Duschen. Wenn ein Mann normalerweise nur zehn Minuten im Bad braucht, verbringe ich an solchen Tagen manchmal locker eine halbe Stunde darin, stehe einfach nur in der Dusche und genieße das heiße Wasser. Wenn ich noch ein bisschen verschlafen bin, gibt es die amüsanten Versuche, das Wasser erst heiß und dann kalt zu machen. Das kann zwar funktionieren und sehr gut wach machen und gut für die Durchblutung und die Haut sein, andererseits kann es auch sehr gut sein, dass der Boiler irgendwann nicht mehr mitspielen will und dann auf einmal nur noch kaltes Wasser kommt. Na gut, das ist nun mal die Geißel von so alten Gas-Thermen.

Als ich mal in Spanien gedreht hab, haben wir in einem echt komfortablen Vier-Sterne-Hotel genächtigt, und da hatten wir sogar einen Pool mit Wellnessbereich drin. Also sind mein Kameramann und ich eines Nachmittags, als wir früher Schluss gemacht haben, frohen Mutes in diesen Wellnessbereich gegangen.
Kurz gesagt: Es war fantastisch. Das klingt vielleicht schwul, aber es war wirklich ein Erlebnis. Der Pool war schon toll mit all den Wasserspielen und Blubberbecken und so, die Saunen nebenan waren auch genial, besonders die finnische Sauna mit Tannenzapfenaroma, aber am besten waren mit Abstand die sage und schreibe 27 Erlebnisduschen. Ja, sie hießen wirklich so.
Die la ducha vivencia oder so, das waren 27 Duschen mit unterschiedlichen Heiß-Kalt-Programmen. In eine stellte ich mich rein, drückte auf den Startknopf, und es nieselte nur leicht von oben aus dem Amazonas-Brausekopf heraus. Ich dachte zuerst, das Ding wäre defekt, aber auf einmal fing es auch von den Seiten an zu nieseln. Ich wurde also quasi auf Sparflamme bewässert. Nach zwei Minuten wurde das Wasser dann plötzlich bitterkalt und fünf Sekunden später wieder kochend heiß. So ging das hin und her. Nach fünf Minuten war das Programm dann auch schon fertig, und ich wusste nicht, ob ich lachen sollte oder nicht, weil es sich einfach nur so gut anfühlte.
Die nächste Dusche war dann auch sehr faszinierend, weil es von links kalt und von rechts heiß kam. Lustig, wie sehr man seine Sinne verarschen kann, wenn man zuerst eiskalt geduscht wird und dann in heißes Wasser springt, dann fühlt es sich noch ein paar Sekunden genauso kalt wie die Dusche vorher an. Bei dem Dusch-Hindernis-Parcours musste ich auch sehr lachen, da ging es nämlich darum, einen Gang von etwa zehn Metern hinter sich zu bringen, ohne von den spontan auftretenden Wasserfontänen aus den Seitenwänden erwischt zu werden. Ich hab es nicht geschafft, aber der Geräuschkulisse nach zu urteilen, auch kein anderer.
Jedenfalls waren wir ungefähr 45 Minuten in diesem Wellnessbereich (die sich anfühlten wie mindestens drei Stunden), und als wir dann zum Essen kamen, fühlten wir uns wie neugeboren. Und ich bedauere jeden, der so ein Vergnügen noch nicht hatte.

Wenn man sich also ein bisschen entspannen will, ist doch ein gutes altes Bad genau das Richtige. Wenn man allerdings schon beruhigt genug ist und lieber ein bisschen Auftrieb braucht, sollte man duschen. Vorzugsweise natürlich in einem Vier-Sterne-Hotel. Aber warum manche Menschen nur das Eine mögen, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Ihr etwa?

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100 Wahrheiten, Folge 18: Nasen

15. März 2009 Keine Kommentare

Überschrift? Ohje.


Wie soll ich dieses Thema bloß anfangen? Ach du meine Güte. Ich schreib es am besten einfach so, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen.
Nasen sind lustig.
Puh, das ist draußen. Jetzt muss ich nur noch erklären, wieso ich das denke.

Ich finde Nasen lustig, weil sie in Gesichtern so einen wichtigen Teil darstellen. Wie sähen wir alle ohne Nasen aus? Wie sähen wir aus, wenn wir alle mal die Nasen mit unserem Nachbarn tauschen würden?
An der Nase eines Mannes, so heißt es doch, oder? Kann ja also eigentlich nicht schaden, einen großen Zinken im Gesicht hängen zu haben. Außer im Winter, wenn sich lange Eiszapfen daran bilden und man nicht rankommt, weil sie zu weit draußen hängen. Dann muss man sich auf die Hilfe anderer Menschen verlassen. Und wie sähe das erst beim Naseputzen aus?

Naseputzen, ein gutes Stichwort. Manche Leute putzen ihre Nase so heimlich-still-und-leise, dass man das Gefühl kriegt, sie hätten Angst, zuzugeben, dass sie erkältet sind. Da wird der Kopf gesenkt, das Taschentuch beinahe unauffällig drangehalten, dann schnieft das Näschen einmal kurz, und schon ist es vorbei, angeblich ist dann das Gröbste beseitigt.
Andere Leute wiederum schnäuzen sich, dass die Wände wackeln. Kopf in den Nacken, damit es nicht läuft und dass auch jeder schön reinschauen kann. Das Taschentuch wird wie ein übergroßes Badehandtuch aufgeschüttelt und dann großflächig vor die Nasenlöcher gehalten, und dann wird zuerst eine Minute lang Luft geholt für das Mammut-Schnäuz-Projekt, das einen Bass hat, der jeden Musikliebhaber in wahre Extase versetzen würde.

Schon wieder ein gutes Stichwort, Extase. Mich persönlich reizt es ja, einem weiblichen Wesen meine Zuneigung zu zeigen, indem ich ihr einen sanften Kuss auf die Nasenspitze gebe. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde das irgendwie süß. Wenn sie es dann auch noch bei mir tut, bin ich schon so gut wie verliebt. Ich habe aber mal gesagt bekommen, dass viele Frauen mit ihren Nasen sehr unzufrieden sind, Nasen sind wohl genauso unerwünschte Teile des Körpers wie Knie oder Füße. Kann sein, dass es deswegen nicht so gut ankommt, einer Frau einen Kuss auf die Nasenspitze zu geben. Ich bin nicht sicher.

Und zu guter Letzt gestehe ich noch etwas, sonst wäre es ja kein richtiger Wahrheits-Eintrag: Meine Nase ist sehr empfindlich. Wenn ich erkältet bin oder Heuschnupfen habe, sollte man sich lieber fernhalten von meiner Nase, weil eine kleine Berührung, wie ein typisches Kitzeln, schon einen Niesanfall hervorrufen kann. Selbst wenn ich nicht erkältet bin, und man mir an die Nase fasst (abgesehen von einer Frau natürlich!), kann es sein dass ich darauf unwillig reagiere. Manche Leute finden es ja lustig, einem die Nase zuzuhalten, damit kann ich persönlich absolut nichts anfangen.
Vor ein paar Jahren ist mir auch mal was dämliches untergekommen. Ich war auf einer Geburtstagsparty einer Bekannten, die komischerweise eine ganze Reihe kleiner dummer Bubis eingeladen hatte, also 16- bis 17-Jährige. Unglücklicherweise war das mitten im Herbst, ich war leicht erkältet und meine Nase sogar entzündet. Und einer dieser Bubis hatte es sich wohl zum Ziel gemacht, mir ans Bein zu pinkeln oder sowas, was mir ja normalerweise nichts ausmacht, ich beachte so Kleinvieh normalerweise gar nicht. Als er mir dann aber mit einer Papprolle an die Nase schlug, wurde ich leicht wütend und reagierte entsprechend. Wäre ja kein Problem gewesen, wenn dann nicht meine Nase angefangen hätte zu bluten, durch die Entzündung. Das sah der dämliche Bubi wohl als Triumph an und krähte quer durch den Raum:
Aboh ey, du hast ja Nasenbluten! Ich dachte, du wärst erwachsen!

Bitte? Was hat denn Nasenbluten mit Erwachsensein zu tun? Ich verstand es damals nicht und könnte es auch heute nicht verstehen. Ich bin wohl nicht dumm genug für solche Äußerungen. Mir fiel damals auch leider nichts passendes ein, was aber wohl im Endeffekt klüger war, weil das Gezoffe sonst den ganzen Abend angehalten hätte.

Was übrigens prima gegen Nasenbluten hilft: Ein kalter Waschlappen in den Nacken und immer leicht schniefen, so gerinnt das Blut am schnellsten und man kann es ein paar Minuten später schon wieder abwaschen.

So, hat doch ganz gut geklappt mit dem Drauflos-Schreiben. Mal sehen, wie es ankommt.

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100 Wahrheiten, Folge 17: Onomatopoesie

15. März 2009 Keine Kommentare

Bumm! Ich bin ein Onomatopoet.


Na los, gebt es zu, wer hat jetzt auf den ersten Blick eine Schweinerei vermutet? Keine Sorge, Onomatopoesie ist nicht schlimm, ist weder eine Krankheit noch eine Seuche noch sonst etwas fieses. Es ist einfach nur Lautmalerei. Ich zitiere mal Wikipedia:
Onomatopoesie, deutsch Lautmalerei, Tonmalerei, Schallwort, ist die Nachahmung eines Naturlautes oder eines sonstigen außersprachlichen akustischen Phänomens durch die klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks.

Was heißt es nun, wenn ich Onomatopoet bin?
Nun, eigentlich ist es ganz einfach. Wenn ich eine Geschichte erzähle, fülle ich die entsprechenden Passagen mit lustigen Geräusch-Darstellungen und Imitationen. Wie sich das dann anhört? Findet es doch raus.

Danke, Jonas.


Als ich früher noch in der Schule war, bekamen wir von einer anderen Schule, die nicht bis zur 13. Klasse unterrichtete, die Schüler herübergeworfen. Unter anderem eben auch meinen Kumpel Jonas. Und da Jonas ein lebenslustiger Mensch ist und sich sofort mit allen versteht, hatten wir eine Menge Spaß. Und da Jonas ein intelligenter Mensch ist, gab er mir jede Menge Kosenamen und bezeichnete mich sogar als Onomatopoeten. Damals wusste ich noch gar nicht, was das ist, und dachte zuerst an eine Krankheit oder eine Seuche oder etwas ähnlich fieses. Aber dann erklärte er es mir, ich machte mich selbst ein bisschen schlau, und seitdem weiß ich endlich, warum er immer so gern meine Geschichten hörte. Onomatopoetische Geschichten sind einfach viel lustiger als normale, weil sie dem Zuhörer viel besser einen passenden Eindruck der Szene geben. Mit Geräuschen kann man ja so vieles vermitteln.

Ich bin nicht allein!


Nachdem ich erfahren hatte, was Onomatopoeten für Leute sind, achtete ich natürlich auch bei anderen Menschen darauf. Und siehe da, es gab eine Menge Onomatopoeten in meinem näheren Freundeskreis! Fast die Hälfte konnte es sich kaum verkneifen, beispielsweise eine lustige Situation von der Party vom letzten Wochenende zu beschreiben, ohne die beinahe echt klingenden Kotzgeräusche nachzuahmen. Oder vom neuen Auto zu berichten und den tollen Sportauspuff zu imitieren. Oder von der Tussi letzte Nacht zu erzählen, waschecht mit diversen anderen Geräuschen.

Und ihr?


Ihr solltet mal darauf achten, ob ihr auch den Drang habt, euren Erzählungen etwas mehr Bums zu verschaffen. Und wenn nicht, dann solltet ihr es unbedingt mal versuchen.

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