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Archiv für die Kategorie ‘2 – Ziemlich gut’

Life Unexpected

9. März 2010 Keine Kommentare
Life Unexpected

Life Unexpected

Life Unexpected


Lux hat ein Problem. Genauer gesagt hat sie mehrere Probleme. Sie ist 15 Jahre alt, lebt noch bei unerträglichen Pflegeeltern und möchte sich gern von ihnen trennen, braucht dazu aber die Unterschrift ihrer biologischen Eltern. Doofe Sache, wenn man sie nicht kennt, also macht sie sich auf die (Woll-)Socken um sie zu suchen. So beginnt Life Unexpected, die neue Ach-wie-süß-Serie über eine nicht ganz so heile Familie, die sich nicht gerade wenig an The O.C. anlehnt.

Gleich zu Anfang wird der Zuschauer in eine ziemlich chaotische Situation hineingeworfen. Nicht nur, dass weder Baze noch Cate so wirklich glauben können, dass ihnen ihre leibeigene Tochter gegenübersteht, nein. Zufällig moderiert Cate nämlich eine Radioshow, die Lux täglich hört, und das mit ihrem Freund (und später Verlobten) Ryan, der gar nicht so begeistert ist, dass seine große Liebe plötzlich ein halb erwachsenes Kind hat. Baze hingegen nimmt das alles sehr gelassen, weil er noch ein bisschen Restalkohol im Blut hat – er besitzt nämlich seine eigene Bar, die er mehr schlecht als recht führt und an deren Tresen er sich gern selbst bedient. Nach ein bisschen Konversation über die neue Tochter und alte Zeiten landen Cate und Baze natürlich wieder miteinander im Bett, Ryan weiß davon nichts und entscheidet sich, Cate auch mit Kind im Schlepptau heiraten zu wollen.
Probleme über Probleme, und in jeder Folge taucht ein neues großes Hindernis auf, das es zu bewältigen gilt. Die neu zusammen gewürfelte Familie tritt sich dabei nicht selten selbst auf die Füße, und es kommt in bester Soap-Manier selten zu einem offenen Dialog, meistens laufen die beleidigten Leberwürste nämlich mit einem vorwurfsvollen Spruch und glänzenden Augen davon. Als Zuschauer will man jedes Mal aufstöhnen und ihnen zurufen: “Jetzt bleib doch mal da und sprich das, was du denkst, aus! Dann klärt sich doch alles!” Natürlich funktioniert das nicht, aber am Ende einer jeden Folge schaffen sie es – wieder in bester Soap-Manier – trotzdem irgendwie, sich wieder in den Armen zu liegen.

Life Unexpected ist kitschig, mit Klischees überfüllt, vorhersehbar und auch irgendwie ein bisschen doof. Und trotzdem kann man nicht wirklich aufhören, zuzuschauen. Vielleicht machen es die durchaus sympathischen Charaktere aus, vielleicht auch die teilweise unfreiwillige Komik oder die bösen Sprüche (“He’s got the parental skills of a banana.“), vielleicht auch die hübschen Locations und Lux’ atemberaubend geiler Kleidungsstil, aber man erwischt sich selbst dabei, die nächste Folge doch sehen zu wollen… Und sei es nur, um das nächste Problem in Angriff zu nehmen.

Nett anzusehen.

Ich hab mir nun die ersten paar Folgen ansehen dürfen und bin positiv überrascht. Man braucht zwar ein bisschen, um in die chaotischen Situationen hineinzufinden, aber nach zwei oder drei Folgen sollte es geschafft sein und man kann sich ganz dem hingeben, was eine gute Soap machen soll: Man fängt an, die Personen zu mögen und zu hassen, mit ihnen mitzudenken und mitzufühlen, über Erfolge zu schmunzeln und über komische Szenen zu lachen. Dass Lux alias Brittany Robertson ein ziemlich süßes Mädel ist (und in der Pilotfolge schon ein bisschen Haut zeigt) und es daher problemlos schafft, auch Soap-Muffel an die Flimmerkiste zu fesseln, muss ich hier wohl nicht mehr erwähnen, dazu gibt es ja die Screens.
Ich freue mich jedenfalls über die Serie und bin gespannt, wieviele Staffeln noch folgen werden.

Screens




Grottig.Eher mies.Mittel.Klein und fein.Absolut gut. (Noch keine Bewertungen)
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Mongol

3. August 2009 Keine Kommentare
Mongol

Mongol

Hey Reiter, Ho Reiter!


Ich bin gerade dabei, die Screens für Mongol rauszusuchen, und ich bin immer wieder fasziniert, wie sehr mir die Worte bei diesem Film fehlen. Aber gut, ich will es trotzdem versuchen.

Mongol erzählt die Geschichte des Dschingis Khan, der irgendwann im 12. Jahrhundert gelebt und einen großen Teil des asiatischen Kontinents erobert hat. Klingt ja soweit alles recht spannend, oder? Aber der kleine Temudgin, wie er ursprünglich heißt, hat als Junge ganz andere Probleme als den asiatischen Kontinent. Sein Vater ist der momentan herrschende Khan, und als solcher hat dieser natürlich einen ganzen Haufen Verantwortung. Einerseits muss er seine Gefolgsleute durch die eisige Tundra führen, andererseits muss er die uralten Bräuche respektieren, die es ihm verbieten, einen Becher Milch von einer gegnerischen Truppe abzulehnen. Dann muss er seinem Sohn Temudgin, der gerade mal neun Jahre alt ist, erklären, wie eine ordentliche Braut auszusehen hat, damit er zu seinen Herrscherzeiten seine Bude nicht selbst putzen muss. Und zu allem Überfluss war die Milch von der gegnerischen Bande natürlich vergiftet, und so wird der kleine Temudgin zum neuen Herrscher. Nun beginnen die Probleme für ihn, denn keiner mag ihm den fragwürdigen Erfolg des Khan-Seins so richtig gönnen – und die passende Braut schon gar nicht.

Mehr gibt es zu der Geschichte eigentlich auch gar nicht zu sagen, da der Film so episch erzählt wird, dass man trotz der recht einfachen Story locker die ganzen zwei Stunden Laufzeit gebannt vor dem Bildschirm sitzt und mit Temudgin hofft. Egal, ob er nun von Wegelagerern überfallen wird, ob seine Freundin entführt wird oder sein bester Freund ihn zu hintergehen versucht, es ist und bleibt aufregend, so ein Khan-Leben.
Einen ordentlichen Teil dazu trägt die Kameraführung bei, die ich in diesem Film wirklich außerordentlich gut finde. Da ein Großteil der Szenen in der offenen Tundra spielt, hat man als Zuschauer einen enormen Ausblick auf die umfassende Weite der Mongolei, man spürt die Eintönigkeit und den ewigen Steppenwind. Die Bilder sind sehr dynamisch, man hat viel eher das Gefühl, selbst als Augenzeuge dabei zu sein, als eine Szene aus einem gut geschriebenen Drehbuch zu beobachten. Die Schauspielerei ist ebenso gut gelungen, die Darsteller sind mit Herz und Seele dabei und wirken keine Sekunde lang gekünstelt. Der Originalton in mongolischer Sprache mag für den ein oder anderen eine Hürde sein, für mich jedoch ist es eine noch getreuere Darstellung der Emotionen, die mich als Zuschauer immer wieder von Hoch zu Tief begleitet und weiter an den Monitor fesselt.
Da Mongol vielmehr Epos als Schlacht und Gemetzel ist, liegt das Augenmerk nicht unbedingt auf den Eroberungs- und Rachekämpfen des Dschingis Khan. Das heißt aber nicht, dass nicht gekämpft wird und kein Blut spritzt, oh nein. Zartbesaitete Gemüter machen sich in der Zeit vielleicht lieber einen Tee. Aber keine Sorge, es wird nie übermäßig brutal oder wahnwitzig unrealistisch.

Beeindruckend!

Allein für die Kamera und die atemberaubend schönen Bilder hat der Film locker eine 2 verdient. Durch die wirklich guten Schauspieler wäre es sogar eine 2+, allerdings wird das wieder von den stellenweise doch ein wenig langatmigen Pausen zwischen zwei Schlüsselszenen aufgehoben. Alles in allem summiert sich Mongol somit auf eine glatte 2, was auch bedeutet, dass ich mich auf jeden Fall auf den Nachfolger freue und mir bei der Gelegenheit auch den ersten Teil gerne noch mal anschauen werde.

Screens




Grottig.Eher mies.Mittel.Klein und fein.Absolut gut. (Bewertung: 5.00 von 5 bei 1 Votes)
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