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Archiv für die Kategorie ‘Filme und Serien’

Neue Serie für Freaks: Wilfred

4. Juli 2011 2 Kommentare
Wilfred

Wilfred

Wilfred


Ryan (Elijah Wood) ist eine arme Socke. Er war mal Anwalt, soll jetzt im gleichen Krankenhaus wie seine Schwester arbeiten und hat darauf absolut keinen Bock. Der einzige Ausweg: Selbstmord. Klappt aber nicht. Dumm gelaufen, Ryan! Wie sonst willst du dem ätzenden Alltag entkommen?
Plötzlich klingelt es an der Tür, und seine neue Nachbarin Jenna (Fiona Gubelmann) fragt den fertigen Ryan, ob er vielleicht auf ihren Hund, Wilfred, aufpassen könnte. Hinter ihr steht Wilfred bereits und beäugt Ryan misstrauisch. Andersrum aber genauso, denn Wilfred ist kein Hund, sondern ein Mann im Hundekostüm (Jason Gann). Jenna behandelt ihn aber wie einen Hund, also ist entweder sie verrückt – oder Ryan.

Trotz der skurrilen Situation erklärt sich Ryan bereit, auf Wilfred aufzupassen, und da geht der ganze kranke Scheiß auch schon los. Der Mann/Köter benimmt sich andauernd nur daneben, raucht eine Bong nach der anderen, juckelt Kellnerinnen am Bein rum und bricht ins Haus eines Nachbarn ein um in dessen Stiefel zu kacken. Und das alles mit einer relativ einfachen Hintergrundaussage an Ryan: Lebe! Dann entkommst du auch dem ätzenden Alltag.
Für alle anderen bleibt Wilfred ein Hund, nur Ryan sieht ihn als Mensch im Hundekostüm. Warum das so ist und wie sich das eventuell ändern ließe, bleibt bisher noch ungeklärt, und vermutlich auch noch eine ganze Weile, denn Wilfred hat nichts besseres zu tun, als seinen neuen besten Freund andauernd in die Scheiße zu reiten, während dieser den Pseudo-Hund als seine langersehnte Abwechslung aus dem Sumpf des Alltags betrachtet.

Skurril und lustig!

Ich bin ohne große Erwartungen an die Serie herangegangen, dachte nach den ersten drei Minuten nur noch “Was zur Hölle?” und kam irgendwann aus dem Lachen nicht mehr raus. Jason Gann bringt die Rolle des Drecksköters so fantastisch rüber, dass man nicht anders kann als ihn zu mögen. Auch Elijah Wood macht sich hervorragend als suizidgefährdeter Midlife-Crisis-geplagter Endzwanziger, wobei man ihm so eine Rolle eigentlich kaum zutraut. Positiv überrascht war ich auch von der Nachbarin Jenna, die hoffentlich noch eine tragendere Rolle bekommen wird (höchstwahrscheinlich als Ryans Freundin).
Ebenso überrascht war ich, in einer Fox-Sendung die Worte “shit” und “pussy” zu hören und eindeutigen Drogenkonsum zu sehen. Dann erst fiel mir auf, dass David Zuckerman, der auch schon bei Family Guy und American Dad! mitgemacht und dort jegliche Hemmungen verloren hat, für Wilfred verantwortlich ist. Das lässt auf eine sehr ungezügelte Serie hoffen. Ich freue mich schon auf die nächsten Folgen!

Screens




Grottig.Eher mies.Mittel.Klein und fein.Absolut gut. (Noch keine Bewertungen)
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Life Unexpected

9. März 2010 Keine Kommentare
Life Unexpected

Life Unexpected

Life Unexpected


Lux hat ein Problem. Genauer gesagt hat sie mehrere Probleme. Sie ist 15 Jahre alt, lebt noch bei unerträglichen Pflegeeltern und möchte sich gern von ihnen trennen, braucht dazu aber die Unterschrift ihrer biologischen Eltern. Doofe Sache, wenn man sie nicht kennt, also macht sie sich auf die (Woll-)Socken um sie zu suchen. So beginnt Life Unexpected, die neue Ach-wie-süß-Serie über eine nicht ganz so heile Familie, die sich nicht gerade wenig an The O.C. anlehnt.

Gleich zu Anfang wird der Zuschauer in eine ziemlich chaotische Situation hineingeworfen. Nicht nur, dass weder Baze noch Cate so wirklich glauben können, dass ihnen ihre leibeigene Tochter gegenübersteht, nein. Zufällig moderiert Cate nämlich eine Radioshow, die Lux täglich hört, und das mit ihrem Freund (und später Verlobten) Ryan, der gar nicht so begeistert ist, dass seine große Liebe plötzlich ein halb erwachsenes Kind hat. Baze hingegen nimmt das alles sehr gelassen, weil er noch ein bisschen Restalkohol im Blut hat – er besitzt nämlich seine eigene Bar, die er mehr schlecht als recht führt und an deren Tresen er sich gern selbst bedient. Nach ein bisschen Konversation über die neue Tochter und alte Zeiten landen Cate und Baze natürlich wieder miteinander im Bett, Ryan weiß davon nichts und entscheidet sich, Cate auch mit Kind im Schlepptau heiraten zu wollen.
Probleme über Probleme, und in jeder Folge taucht ein neues großes Hindernis auf, das es zu bewältigen gilt. Die neu zusammen gewürfelte Familie tritt sich dabei nicht selten selbst auf die Füße, und es kommt in bester Soap-Manier selten zu einem offenen Dialog, meistens laufen die beleidigten Leberwürste nämlich mit einem vorwurfsvollen Spruch und glänzenden Augen davon. Als Zuschauer will man jedes Mal aufstöhnen und ihnen zurufen: “Jetzt bleib doch mal da und sprich das, was du denkst, aus! Dann klärt sich doch alles!” Natürlich funktioniert das nicht, aber am Ende einer jeden Folge schaffen sie es – wieder in bester Soap-Manier – trotzdem irgendwie, sich wieder in den Armen zu liegen.

Life Unexpected ist kitschig, mit Klischees überfüllt, vorhersehbar und auch irgendwie ein bisschen doof. Und trotzdem kann man nicht wirklich aufhören, zuzuschauen. Vielleicht machen es die durchaus sympathischen Charaktere aus, vielleicht auch die teilweise unfreiwillige Komik oder die bösen Sprüche (“He’s got the parental skills of a banana.“), vielleicht auch die hübschen Locations und Lux’ atemberaubend geiler Kleidungsstil, aber man erwischt sich selbst dabei, die nächste Folge doch sehen zu wollen… Und sei es nur, um das nächste Problem in Angriff zu nehmen.

Nett anzusehen.

Ich hab mir nun die ersten paar Folgen ansehen dürfen und bin positiv überrascht. Man braucht zwar ein bisschen, um in die chaotischen Situationen hineinzufinden, aber nach zwei oder drei Folgen sollte es geschafft sein und man kann sich ganz dem hingeben, was eine gute Soap machen soll: Man fängt an, die Personen zu mögen und zu hassen, mit ihnen mitzudenken und mitzufühlen, über Erfolge zu schmunzeln und über komische Szenen zu lachen. Dass Lux alias Brittany Robertson ein ziemlich süßes Mädel ist (und in der Pilotfolge schon ein bisschen Haut zeigt) und es daher problemlos schafft, auch Soap-Muffel an die Flimmerkiste zu fesseln, muss ich hier wohl nicht mehr erwähnen, dazu gibt es ja die Screens.
Ich freue mich jedenfalls über die Serie und bin gespannt, wieviele Staffeln noch folgen werden.

Screens




Grottig.Eher mies.Mittel.Klein und fein.Absolut gut. (Noch keine Bewertungen)
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Neuer Serienflop: The Middle

28. Oktober 2009 1 Kommentar
The Middle

The Middle

Malcolm? Bist du geflohen?


Wahrscheinlich werden sich viele an die relativ erfolgreiche Serie Malcom In The Middle erinnern, die chaotische und doch irgendwie funktionierende Familie, die man nie so wirklich beneidet hat. Der Sender ABC hat jetzt zum Herbst eine neue Serie in sein Programm aufgenommen, bei der anscheinend einfach Malcom weg gelassen wurde. Passender Weise nennt sie sich also auch nur The Middle.

Mir war es vergönnt, die Pilotfolge zu sehen – oder sollte ich sagen, ich hatte das zweifelhafte Vergnügen? Die Serie beginnt damit, dass die völlig überforderte Mutter in einem Superman-Kostüm mitten im Nirgendwo steht, ihr Handy in die Höhe hält und eifrig auf der Suche nach Empfang ist. Allein diese erste Minute ist schon beinahe qualvoll, da dieses elende Klischee des Handyempfangs-Suchens ziemlich dämlich und total überzogen ist. Ich bin allerdings ein konsequenter Mensch, und so hab ich mir den Rest der Folge auch noch angetan, möchte den Inhalt aber nicht unbedingt in allen Einzelheiten wiedergeben, weil er wirklich stinklangweilig ist. Nur ganz kurz eine Zusammenfassung: Die überforderte Hausfrau schafft es nicht, ihren Beruf als Autoverkäuferin und ihre drei doofen Kinder miteinander zu vereinbaren. Der Ehemann sieht bei allem nur ruhig zu und gibt hier und da einen sarkastischen Kommentar ab, ist aber im Kopf anscheinend schon ausgezogen. Der älteste Sohn ist mitten in der Pubertät, spricht kaum ein Wort und watschelt in Boxershorts durch die Küche, während die jüngere Tochter eine totale Versagerin ist und bei einer Schulaufführung für eine Katastrophe sorgt. Der jüngste Sohn weiß wenigstens die Liebe seiner Mutter zu schätzen, liefert aber sonst keinerlei … Nun ja, gar nichts eben. Man merkt kaum, dass er existiert. Eine tolle Familie.

Eigentlich hatte ich mir von der Serie mehr erhofft, und zwar einzig und allein wegen Neil Flynn, der auch schon in Scrubs die geniale Rolle des Hausmeisters hatte. Leider waren die Autoren dort um einiges besser, in The Middle geht sein Witz und sein Improvisationstalent direkt unter. Sympathie zu Patricia Heaton, die die Mutter spielt, entwickelt man auch nicht wirklich. Wenn ich es mir genau überlege, wirkt keine der Figuren wirklich sympathisch. Und das ist für eine Familienserie schon ziemlich fatal. Das komplette Konstrukt scheint viel eher auf Absurdität zu bauen als auf Witz – aber ist das für eine Comedy-Serie ein gutes Rezept? Ich denke nicht.

Abschalten...

Ich hab also nach der einen Folge aufgehört zu schauen, und ich werde wohl auch so schnell nicht weitermachen. Für Hardcore-Fans von Malcom In The Middle könnte es vielleicht ganz amüsant sein, aber wer wirklich lachen und unterhalten werden will, sollte doch lieber bei anderen Serien bleiben. Meine Empfehlung ist, bei Scrubs zu bleiben und Neil Flynns Performance dort zu bewundern.

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Californication

6. Oktober 2009 Keine Kommentare
Californication

Californication

It’s a gay priest!


Hank Moody (David Duchovny) ist genau das: moody. Launisch. Als er noch in New York lebte, war er ein erfolgreicher Autor, dessen Bücher sogar mit mächtig viel Erfolg verfilmt wurden. Dann zog die kleine Familie nach Los Angeles, und jetzt, da seine große Liebe Karen (Natascha McElhone) einen neuen Partner gefunden hat und die gemeinsame Tochter Rebecca (Madeleine Martin) nur noch wenig Zeit mit ihm verbringt, stürzt der arme Hank in ein Loch aus… Naja, er beschreibt es selbst als “sea of endless pussy“. Er schreibt nicht mehr, träumt schlecht, bügelt jeden Tag mindestens eine andere Frau und will doch nur eins: Wieder mit Karen zusammenkommen und die Familie wieder aufleben lassen. Dass ihm das natürlich nicht so wirklich gelingt, muss ich hier wohl nicht erwähnen…

Californication ist eine Serie, die mit gutem Grund nur im privaten Fernsehen läuft. Es scheint, als wäre jede einzelne Folge ein feuchter Traum eines notgeilen und ungebumsten Volltrottels, der gern mal wieder zum Stich kommen würde. Darum dreht es sich nämlich hauptsächlich in den ersten zwei Staffeln: Sex. Die Geschichte um das verloren gegangene Talent ist eher hintergründig, man bekommt sie einfach so am Rand mit. Gleichzeitig bricht Californication so ziemlich jedes Tabu, das das amerikanische Fernsehen sich irgendwann mal ausgedacht hat. Nackte Menschen, Drogen, wirklich üble Sprüche und sogar Gewalt – alles hat seinen Platz und wird auch schonungslos gezeigt. Und vielleicht macht es das gerade so interessant, diese Mischung aus übertriebenem Realismus und sexsüchtigen Fantasien. Jedenfalls funktioniert die Serie, und das sogar besser, als man es David Duchovny zutrauen würde.

Zu dem geglückten Storyline-Sprung gesellt sich noch eine sehr solide Technik, die das Bild abrundet. Sehr gute Kameraführung ohne große Innovation, aber dafür umso bessere Lichtsetzung und sehr hübsch anzusehende Locations halten den Zuschauer immer wieder gebannt. Genau das, was eine gute Serie ausmacht. Die Schauspieler sind beinahe ausnahmslos super gewählt und leben ihre Rolle wirklich brillant. Beinahe? Ja, leider stößt mir Madeline Zima als Hanks Nemesis Mia ziemlich sauer auf. Aber ich vermute, dass das einfach nur eine persönliche Sache ist – andere Zuschauer lieben sie. Deswegen will ich nicht zu hart urteilen.

Exzessiv

Wenn man fertig ist mit Lachen über die genialen Sprüche, über die willigen Frauen an jeder Ecke, über die seltsamen Zufälle die Hank das Leben schwer machen, über die Heiratsprobleme von Agent Charlie und seiner Frau, über Hanks skurrile Albträume und über die unglaublich schlechte Musik von Rebeccas Band, merkt man doch, was für eine geniale Serie man da vor sich hat. Unbedingt anschauen!

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Grottig.Eher mies.Mittel.Klein und fein.Absolut gut. (Noch keine Bewertungen)
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