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Archiv für Juli, 2010

100 Wahrheiten, Folge 55: Fakten über Österreich

21. Juli 2010 Keine Kommentare

Hilfe, die Schluchtenscheißer kommen!


Da ich letztens ein bisschen zum Drehen in Österreich unterwegs war, und auch nächste Woche vermutlich wieder da unten sein werde, hab ich mir mal ein paar Gedanken zu den netten Nachbarn aus dem Süden gemacht. Vorneweg: Ich verurteile hier niemanden.

Österreicher können extrem leckere Schnitzel machen!

Wiener SchnitzelAuch wenn mein Wiener Schnitzel vom Schwein war, die Panade war grandios lecker, das Fleisch super saftig und die Preiselbeermarmelade hat der ganzen Sache noch einen Hauch Exklusivität gegeben. Ich fand es anfangs ein bisschen schade, dass es kein original Wiener war, aber bei dem Geschmack sieht man gern mal darüber hinweg, und über den Preis konnte man sich auch nicht beschweren. Doof nur, dass ich von so einem kleinen 250g-Schnitzel nicht wirklich satt werde. Und wenn es schon Spesen gibt, dann kann ich ja auch gleich richtig reinhauen.

KaiserschmarrnWas sonst ist so wirklich typisch Österreich, haben wir überlegt… Und wir kamen zu dem Schluss: Kaiserschmarrn ist doch wirklich typisch Österreich. Ich hab nach wie vor keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht, weil ich, aus Angst, falsch zu liegen, nicht nachschaue. Aber ich weiß mit hundertprozentiger Sicherheit, dass ich selten einen so leckeren Kaiserschmarrn gegessen hab wie diesen. Luftig-leicht? Von wegen! Das Ding wog im Magen fast mehr als auf dem Teller, und der war schon ziemlich schwer. Aber was tut man nicht alles, um ein bisschen Völlegefühl zu erleben…

Österreicher können keine Quittungen schreiben!

Am ersten Abend fragten wir den eiligen Kellner, ob wir – auf Grund der Abrechnung – einen Kassenbeleg haben könnten. Erst murmelte er irgendwas unverständlich österreichisches, dann trollte er sich und kam nach geschlagenen zehn Minuten wieder, den Kassenbeleg in der Hand. Klar, wer kontrolliert den denn jetzt noch? Wir natürlich. Und tatsächlich, der Betrag stimmte nicht mit dem überein, was wir vor zehn Minuten bezahlt hatten. Scherge, trab an!
Es fehlte der Kaiserschmarrn, und weil natürlich keiner von uns die paar Euro aus eigener Tasche freiwillig rausrücken wollte, verlangten wir einen neuen und diesmal korrekten Kassenbeleg. Weitere fünf Minuten vergingen, bis der Kellner uns überhaupt erneut bemerkte, und zwei Minuten vergingen, bis er überhaupt kapierte, was an dem aktuellen Beleg nicht stimmte.
Nach weiteren zehn Minuten kam der Kellner wieder an, nun eindeutig unwillig, und warf uns gehetzt einen zerknäulten Kassenbeleg hin. Ein kurzer Blick darauf, und siehe da: Es war exakt derselbe Beleg von vorhin. Wieder vergingen fünf Minuten, bis wir dem verbitterten Menschen klarmachen konnten, dass da wieder der Kaiserschmarrn fehlt. Er war jetzt nicht nur unwillig, sondern richtig sauer, und verwirrt noch dazu. Also mussten wir alle nochmal brav aufsagen, was wir hatten. Ich kam mir vor wie in der Schule, wenn auf einer Klassenfahrt durchgezählt wurde.
Mittlerweile hatten wir auch aufgehört, die Minuten zu zählen, die wir quasi unnötig dort rumsaßen, aber irgendwann schaffte das Grünleibchen es doch noch, und wir konnten frohen Mutes und vollen Bauches das Lokal verlassen.

Nur, um uns am nächsten Abend gleich wieder so einer Tortur auszusetzen. Diesmal waren wir eher zufällig in einer Pizzeria, in der noch waschechte Italiener (nun, zumindest sprachen sie halb Österreichisch, halb Italienisch) bedienten. Auch hier war das Essen ziemlich lecker, ich hatte zuerst eine rabiate Pizza Arrabiata und zum Nachtisch ein extraordinär großes Stück Tiramisù, und danach fühlte ich mich auch ein bisschen Mascarpone.
Eigentlich wollten wir auch direkt nach dem Abendessen aufbrechen, aber leider hatte uns der österreichische Gastronomie-Gott ein anderes Schicksal zugedacht, denn auch hier wollte man uns lange warten lassen, bis man uns endlich einen Kassenbeleg bringen konnte. Und als der dann endlich da war, war es ein komplett anderer, mit Panacotta und diversen alkoholischen Getränken, obwohl wir doch nur Pizza und Tiramisù hatten… Das einzig Positive: Der falsche Beleg war noch ein Stück teurer als der richtige. So musste wenigstens keiner von uns drauflegen.

Österreicher können nicht Autofahren!

130 km/h Höchstgeschwindigkeit im ganzen Staat? Das ist doch Hundekuchen. Gut, unser blöder Mietwagen fuhr eh nicht viel schneller, aber ich hätte doch ganz gern wenigstens die Option, schnell zu fahren, wenn ich denn die Pferdchen unter der Haube hätte!

Österreicher haben hübsche Frauen!

In zwei Tagen Österreich habe ich mehr hübsche Frauen gesehen als in einem ganzen Monat in Frankfurt und Umgebung. Ich wusste gar nicht mehr, wohin ich schauen sollte, denn überall waren lange braungebrannte Beine, freiliegende Dekolletés, lange Wimpern und samtige Lippen. Wie die Össis überhaupt irgendeine Arbeit pünktlich fertigstellen können, ist mir ein Rätsel.

Österreicher… ach, keine Ahnung!

Mir fehlt jetzt ein bisschen der Anhaltspunkt, um noch zwei weitere Bilder sinnvoll hier einzufügen… Aber egal, eins ist eine Kirche im Sonnenuntergangslicht, das andere eine tolle Spezialität, die man in einem hessischen McDonald’s vergeblich suchen wird.
So, und jetzt schreibe ich nichts mehr über Österreich, denn so langsam hab ich das Wort Österreich oft genug getippt, und ich freue mich schon auf nächste Woche, wenn ich tatsächlich mal meine große Kamera mitnehme und ein paar bessere Bilder schießen kann als nur Handyfotos.

KirchturmNürnburger



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