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Archiv für September, 2009

100 Wahrheiten, Folge 48: Die Kuh Die Weint

17. September 2009 Keine Kommentare

Gesund essen ist nicht immer gut


Im Rahmen der IAA passt das natürlich ganz hervorragend: Die Welt wird grüner. Öko hier, Dynamics da, schadstoffarm hier, umweltbewusst da. Es scheint, als hätte die Menschheit in den letzten sechs Monaten begriffen, dass sie ein paar tausend Jahre lang in die falsche Richtung geschippert ist und versucht nun krampfhaft, das Ruder herumzureißen. Überall wird mit der Umwelt geworben, alle leben ja so gesund, keiner kocht mehr mit Glutamat.
Heute ist mir das auch sehr deutlich in der kulinarischen Welt aufgefallen, da ich ein einer Burgerbar namens Die Kuh Die Lacht war. Wer die nicht kennt, sollte auch gar nicht weiter danach forschen, denn ich sage: es lohnt sich nicht. Genauso wenig wie das Vapiano.

Die Kuh Die LachtAber von Anfang an. Ich war mit einem Kumpel in der Stadt unterwegs, und in der Schillerstraße bemerkten wir ein bisschen Bauchgrummeln. Essen muss her, entschieden wir, und da ich von einem australischen Yours gehört hatte, wollten wir da rein und machten uns auf die Suche. Anscheinend spazierten wir aber in die falsche Richtung, so dass wir statt dessen an der berühmt-berüchtigten Die Kuh Die Lacht vorbeikamen, einer Burgerbar, die sich gesunde Burger auf die Fahnen geschrieben hat und offensichtlich ziemlichen Rummel ausgelöst hat. Keine Geschmacksverstärker, kein Fett, kein gar nichts. Das Manko: Manche Sachen sind halt, wenn sie ohne Geschmacksverstärker gereicht werden, regelrecht geschmacklos. Ein Salat ohne Dressing? Schmeckt nach gar nichts. Ketschup (schreckliches Wort) ohne Zucker drin? Schmeckt nach Tomatenmark. Senf? Sieht zwar gelb aus, schmeckt aber nach nichts. Ist nicht mal scharf. Und mit was auch immer das Hackfleisch gebraten wurde – es war jedenfalls kein Fett und somit kein Geschmacksverstärker. Gewürzt wurde offensichtlich auch nicht wirklich, wahrscheinlich war auch das Salz im Streuer, der auf dem Tisch stand, geschmackloses Salz.

Aber zu dem Zeitpunkt wusste ich das ja alles noch nicht. Die Einrichtung in der Kuh ist recht schick, es war relativ gut besucht und die Bedienungen machten alle einen recht freundlichen Eindruck. Also gingen wir rein und sahen uns erstmal um, da es offensichtlich nicht mit Hinsetzen und Warten getan war. Weiter hinten im Raum gab es so etwas wie eine Theke, an der wir unsere Cheeseburger bestellten und auch gleich löhnen mussten. Elf Euro für einen Cheeseburger mit Pommes und eine mickrige Cola… Naja gut, ausprobieren muss man mal. Wir bekamen also unsere Quittungen in die Hand gedrückt und waren fortan auf uns allein gestellt. Wir setzten uns einfach an den nächstbesten Tisch und wollten abwarten, was denn nun passieren würde. Nun, die ersten zehn Minuten passierte gar nichts. Dann irgendwann stürmte ein gehetzter Kellner an uns vorbei, warf uns einen schrägen Blick zu und fragte: “Habt ihr auch noch Quittungen? Die bräuchte ich mal.
Okay, da ist so ein kleiner Abriss an der Quittung, damit die in der Küche auch wissen, welcher Burger an welchen Tisch kommt. Verstehe. Ein komisches System, aber gut, wenn es funktioniert, soll es uns recht sein. Weitere zehn Minuten später war die Cola schon fast leer, aber Burger standen immer noch keine auf dem Tisch. Wie gut, dass wir so geduldig sind. Ich las zur Abwechslung die stolze Aufschrift auf den Platzdeckchen, nur gesunde Kühe verwendet, keine Geschmacksverstärker, wir sind die tollsten und so weiter. Endlich kam eine Bedienung mit zwei großen Tellern an unseren Tisch und murmelte: “Chefburger mit Salat?” Hm, nein. Auf unser Kopfschütteln reagierte sie so, als wollte sie uns gleich rauswerfen. War es etwa unsere Schuld, dass sie nicht wusste, an welchen Tisch der Chefburger kommt? Hatten wir etwas falsch gemacht? Wir fühlten uns ein bisschen schlecht.

Weitere Minuten vergingen, in denen zwei verschiedene Bedienungen an unseren Tisch kamen und unsere Quittungen – erneut – kontrollierten. Dann endlich kam der Cheeseburger mit Pommes für meinen Kumpel. Mein Cheeseburger mit Pommes kam noch nicht, warum auch immer. Aber gut, wir unterhielten uns weiter und tauschten lustige Geschichten aus. Eine etwas nach Chefin aussehende Bedienung kontrollierte nun zum dritten Mal meine Quittung, rannte dann in die Küche und schrie irgendwas unverständliches. Fünf Minuten später kam wieder eine andere Kellnerin, die ausnahmsweise sehr hübsch war, kontrollierte – zum vierten Mal – meine Quittung und erklärte dann verzeihend: “Der Burger ist in zwei Minuten fertig.” Kein Problem, ich bin ja ein geduldiger Mensch. Das nächste, was ich von der Kellnerin sah, war dann allerdings, wie sie in der Küche stand und mir immer wieder verwirrte, beinahe panische Blicke zuwarf. Hatte ich also doch etwas falsch gemacht? Warum hatte mein Kumpel schon seinen Burger bekommen und meiner dauerte so viel länger? Dabei ist es doch eigentlich exakt das gleiche, Cheeseburger mit Pommes kann doch wohl nicht so schwer sein.

Es dauerte noch geschlagene fünfzehn Minuten, bis endlich der erste Kellner wieder an den Tisch gestürmt kam und mir mit einem Knall den Teller vor das Gesicht schlug. “Biddeschön!” keuchte er und wollte gleich wieder verschwinden. Meinen Hinweis, dass ich aber Majonäse (noch schrecklicheres Wort) bestellt hatte, kommentierte er gar nicht erst, sondern brachte mir im Laufschritt ein kleines Eimerchen mit einer weißen Pampe, die mehr nach Kleister als nach etwas Essbarem aussah.

Burger

Burger (von sternchenblog.de)

Mein Kumpel war mit seinem Burger natürlich schon fast fertig, aber ich wollte mich ja jetzt nicht unbedingt beeilen, also nahm ich den Burger erstmal genauer unter die Lupe. Salat ohne Dressing… schmeckt ja ziemlich fad. Ketschup ist drauf, aber es schmeckt nach Tomatenmark. Senf? Ich sehe ihn, aber ich schmecke ihn nicht. Die Brötchen waren ziemlich trocken und sogar teilweise leicht angebrannt, anscheinend hatte mein Burger etwas länger in der Mikrowelle gelegen als die anderen. Und naja, das Fleisch… an einer Seite kalt, ziemlich ungewürzt und bei weitem nicht so groß wie man für den Preis hätte erwarten können. Die Pommes entsprachen bei dem Menü noch am ehesten meinen Erwartungen, sie waren nämlich halb kalt. Der Ketschup für die Pommes war natürlich auch nur Tomatenmark, aber mir kam es so vor, als wären alle Geschmacksverstärker, die bei Burger, Pommes und Ketschup weggelassen wurden, in der Majonäse gelandet – die schmeckte nämlich nach Chemie pur.

Der Hunger treibt’s immerhin rein, aber ich bin nun sehr viel schlauer: Die Kuh Die Lacht werde ich ab sofort meiden, da es sehr viel bessere Burger für weniger Geld im Yours gibt. Da muss man außerdem keine halbe Stunde auf einen einfachen Burger warten und sich von den Bedienungen komisch anstarren lassen. Eigentlich ist es mir nur um die elf Euro schade, aber so hab ich wenigstens die Gewissheit, dass ich da nie wieder hingehen muss.
Ach, und noch ein Kritikpunkt: Mein Kumpel wollte dort auf die Toilette gehen und fand sie nicht auf Anhieb, obwohl er zweimal an der entsprechenden Tür vorbeilief. Einfach untragbar, so ein Zustand.

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Of Machines – As If Everything Was Held In Place

11. September 2009 Keine Kommentare

Screamo vom Feinsten


Es ist doch wirklich erstaunlich, was man so alles dank Last.fm findet. Ich hab mich gestern ungefähr eine Stunde durch verschiedene Empfehlungen geklickt und hier und da ein bisschen Probe gehört, bis ich auf die Band Of Machines stieß. Gut, Bild und Beschreibung sind ja eigentlich bei jeder Post-Hardcore-Band gleich, also hab ich mir lieber die Kommentare der Hörer durchgelesen, und ich war erstmal überhaupt nicht überzeugt:
MisterIvanovich: Sounds like a mediocre rip between Saosin and Cry of the Afflicted. There are probably 100 other bands I’d listen to before Of Machines. But they’re not bad, I guess. Just mediocre.

Aber ich gab den Jungs eine Chance, und ich muss mich echt bei mir selbst bedanken, das getan zu haben. Verdammt, ist das gute Musik!

Of Machines - As If Everything Was Held In Place


Tracklisting


Nachts hab ich das Album bestimmt fünfmal im Dauerlauf durchgehört, ohne auch nur ein Lied zu überspringen. Und doch kam es mir vor, als wäre irgendwie jedes zweite Lied mit dem vorherigen identisch – sofern das Sinn macht. Aber nicht im negativen Sinne, sondern absolut positiv.

  1. Introduction

  2. Things Too Visible To See

  3. It Must Belong Somewhere

  4. Reset, Reflect

  5. Sailing Alone Around The Room

  6. As If Everything Was Held In Place

  7. Becoming Closer To Closure

  8. Lost In Translation

  9. I Write This In Hopes Of…

  10. Weaving The Values That Sustain Us

  11. An Autobiography In Vivid Color, Pt. 1


Mein Tipp!


Blöd natürlich, dass mir eigentlich das ganze Album gefällt, so kann ich dir keinen eindeutigen Lied-Tipp geben. Und auch Lyrics sind bei Screamo ja eher hinfällig, man versteht es zwar, aber ein einziger Satz wird ewig lang ausgedehnt. Da bringt es kaum was, wenn ich jetzt hier von Sailing Around The Room schwärme, das übrigens von Amazon wieder verstümmelt wurde. Oder auch Things Too Visible To See kann ich nur so nebenbei erwähnen, ohne jetzt genau sagen zu können, warum mir das so gut gefällt. Vielleicht ist es einfach der treibende Klang, der mich nicht auf Pause drücken lässt. Glaubst du, dir ergeht es genauso?

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Mach’s gut, Spam!

11. September 2009 Keine Kommentare

Tschö!


Da mein Blog in den letzten Tagen einen gehörigen Anteil an Spam-Kommentaren mit Viagra- und Cialis-Links abbekommen hat, hab ich mich mal ein bisschen umgeschaut und das WordPress-Plugin WP-SpamFree entdeckt. Und ich bin überrascht – es funktioniert wirklich super.

Auch wenn ich jetzt für meinen Pillenbedarf wieder in die Apotheke watscheln muss…

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