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Archiv für August, 2009

100 Wahrheiten, Folge 47: Ungeduldige Menschen

29. August 2009 Keine Kommentare

Heute noch?!


Schon wieder gibt es einen Eintrag von mir, der auf Erlebnissen in öffentlichen Verkehrsmitteln basiert. Scheint so, als müsste ich einfach andauernd Videos auf meinem iPood schauen, um nicht ständig den Kopf schütteln zu müssen…
Aber gut, heute geht es um ungeduldige Menschen. Jeder kennt sie, es gibt sie überall. Sie rennen über befahrene Straßen, treten gegen langsame Aufzugtüren, klicken elfmal auf den Windows-Start-Button und wundern sich, dass nichts passiert. In meinem Fall sind die ungeduldigen Menschen diejenigen, die unbedingt und ganz dringend aus der Straßenbahn oder U-Bahn aussteigen wollen.

Dem handelsüblichen Frankfurter oder Städter allgemein sollte bekannt sein, wie das Schema funktioniert: Die Bahn hält an der Haltestelle an, nach Stillstand drückt der Fahrer ein Knöpfchen in seiner Kabine, das die Türen aktiviert, und dann kann man auf den Knopf an der Tür drücken, damit diese aufgeht. Bei manchen Menschen scheint dieses eigentlich recht logische Basiswissen zu fehlen, oder aber es wurde etwas im Kopf falsch einsortiert oder herumgeworfen. Diese ungeduldigen Menschen glauben nämlich, dass diese Türknöpfe auf Druck reagieren, und zwar je fester desto besser. Ich beobachte das immer wieder, eigentlich egal wo ich hinfahre: Die Bahn steht noch nicht mal richtig, da wird mit Gewalt auf den Drückern rumgehämmert, dass man fast Angst hat, Plastiksplitter fliegen zu sehen. In den alten U-Bahn-Wagen gab es eine kleine Anzeigetafel über den Knöpfen, die – wenn die Türen aktiviert waren – einen Spruch wie “Tür öffnen bitte Knopf drücken” zeigten. Bei den neuen Wagen, die auch bei der Straßenbahn eingesetzt werden, ist der eigentliche Drücker von einem Leuchtring umgeben, der je nach Status an- und ausgeht und die Farbe wechselt. Ist die Tür nicht aktiv, leuchtet da auch nichts. Wenn die Tür aktiv ist, leuchtet der Ring grün, und wenn man draufdrückt, leuchtet er rot. Klingt soweit eigentlich simpel, sollte man meinen. Trotzdem gibt es immer wieder Genies, die sich mit aller Kraft gegen den Drücker schmeißen, ohne dass der Ring überhaupt leuchtet.
Zuerst dachte ich ja, dass diese Leute es vielleicht nicht besser wissen, weil sie vielleicht neu in Frankfurt oder allgemein in der Zivilisation sind. Leider war das aber ein Trugschluss, da ich solche Leute schon mindestens eine Woche am Stück beobachten konnte. Und sie lernen einfach nicht dazu.

Zum Thema Aufzug fallen mir auch immer wieder ein paar seltsame Geschichten ein, die ich in den unterschiedlichsten Hotels beobachten durfte. Aufzugtüren sind nun mal nicht immer die schnellsten, und wenn man auf den Etagenknopf gedrückt hat, heißt das nicht immer automatisch, dass die Türen sich innerhalb der nächsten Viertelsekunde schließen. Ungeduldige Menschen vermuten daraufhin offenbar, dass Knöpfe wie Menschen reagieren und man sie nur genug drängeln muss, damit sie endlich das tun, was man will. Also wird der Knopf für die zweite Etage nicht nur einmal gedrückt, sondern gleich mehrmals, obwohl der Leuchtring um den Knopf herum signalisiert, dass er den Impuls empfangen hat. Aber warum brauchen die Türen auch so lange zum Schließen? Vielleicht hilft es ja wirklich, wenn man einfach immer wieder auf den Knopf drückt. Und wieder. Und wieder. Wenn die Türen dann endlich anfangen, sich zu schließen, wird vorsichtshalber noch ein paar Mal auf den Knopf gedrückt, es könnte ja sein, dass die Elektronik schon wieder vergessen hat, dass sie den Aufzug in den zweiten Stock schicken soll.

Im Straßenverkehr gibt es ähnliche Phänomene, die sich – was hätte der geneigte Leser anderes erwartet? – in Ampeln ausdrücken. In Frankfurt gibt es insgesamt viertausendsechshundertachtunddreißig Straßen mit einer Gesamtzahl von siebenunddreißigtausendeinhundertundzwölf Ampeln. Na gut, ich hab keine Ahnung wieviele Straßen und Ampeln es in Frankfurt gibt, aber es sind einige. Und so traurig es klingt: Nicht alle Ampeldrücker sind wirklich dazu da, um den Fußgängern eine schnelle Grünphase zu verschaffen, manche sind auch einfach nur zur Zierde an den Pfosten angebracht. Besonders an großen Kreuzungen sind die Drücker meistens nur Augenwischerei, da die Ampeln an den Seitenstraßen auf einem System basieren, das einer simplen Zeitschaltuhr folgt und somit auf keinerlei Außeneinwirkung von etwaigen Ampeldrückern reagiert. Ungeduldige Menschen sind aber leider auch hier wieder vertreten und kümmern sich meistens einen Dreck darum. Mit Ellbogen oder der kompletten Schulter werfen sie sich gegen das gelbe Kästchen und hoffen, dass sie fest genug gedrückt haben, schließlich ist das Teil aus Metall, und bekanntlich muss man mit Metall brutal umgehen, sonst zeigt sich ja kein Effekt. Dass die Fußgängerampel dann allerdings genauso lange braucht, um auf Grün umzuspringen, wie wenn man nicht gedrückt hätte, kapieren sie gar nicht. Dass das mit den Auto-Ampeln zusammenhängt, schon gar nicht.
Amüsant finde ich auch eine andere, unabhängige Beobachtung eines Bloggers, den ich zufällig über Google gefunden habe, als ich nach der genauen technischen Bezeichnung für die Ampeldrücker suchen wollte. Die Welt ist eben klein.

Nun frage ich mich, wenn ich solche ungeduldigen Menschen beobachte, immer wieder: Was ist in deren Leben nur Schreckliches passiert, dass sie es so eilig haben? Ob die Ampel, der Aufzug oder die Straßenbahntür nun eine, zwei, drei oder gar vier Sekunden brauchen, macht doch nun wirklich keinen Unterschied. Klar, Zeit ist Geld, aber wieviel Geld sind ein paar Sekunden? Ein paar Bruchteile eines Cents? Seien wir doch ehrlich, das ist doch bitte zu vernachlässigen. Wir sind doch alle nur Menschen und somit nicht immer hundertprozentig pünktlich. Ich persönlich komme lieber zu einem Termin vier Sekunden später, als hektisch über eine stark befahrene Straße gerannt zu sein.

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cKy – Volume 1

18. August 2009 Keine Kommentare

Camp Kill Yourself


Sei ehrlich, kennst du Bam Margera? Natürlich kennst du ihn, das ist der verrückte Skater von der Vollhorst-Sendung Jackass. Kennst du auch seinen Bruder Jess Margera? Nein? Dachte ich mir. Im Erfolgsschatten seines kleinen Bruders ist der nämlich fast untergegangen, zumindest was seinen Bekanntheitsgrad in Europa angeht. Dabei ist er doch ein sehr wichtiger Teil der Band cKy – und ganz nebenbei bemerkt ein ziemlich lustiger Typ.

cKy - Volume 1


Tracklisting


Da Volume 1 sinngemäß das erste Album der Buben ist, kann man es ihnen auch sicherlich verzeihen, dass nur neun Lieder auf der Platte sind. Auf den nächsten Alben wurden es ja mehr, und wem das nicht reicht, der sollte sich mal die Filme anschauen.

  1. 96 Quite Bitter Beings

  2. Rio Bravo

  3. Disengage The Simulator

  4. The Human Drive In Hi-Fi

  5. Lost In A Contraption

  6. Knee Deep

  7. My Promiscuous Daughter

  8. Sara’s Mask

  9. To All Of You


Mein Tipp!


cKy sind genretechnisch eigentlich gar nicht so genau einzuordnen, da jedes Lied irgendwie einen anderen Stil hat. Während 96 Quite Bitter Beings und My Promiscuous Daughter zweiffelos dem Hard Rock oder sogar Metal angehören, hat man mit Lost In A Contraption, Sara’s Mask und To All Of You feinsten Progressive Rock. Wenn du also Fan einer der genannten Genres bist, hör auf jeden Fall mal rein. Ich persönlich würde ja am liebsten aus jedem geherzten Track ein bisschen was zitieren, aber ich fürchte, das führt zu weit. Entscheiden kann ich mich aber auch nicht, sie sind alle verdammt gut. Ich glaube, ich überlasse es lieber dir…

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100 Wahrheiten, Folge 46: Kopimi

18. August 2009 Keine Kommentare

Ich bin nicht allein


Wahrscheinlich hat es schon mal der ein oder andere gesehen: Das Kopimi-Logo.

Kopimi

Aber was bedeutet das eigentlich? Nun ja, auf der Website wird das Logo folgendermaßen erklärt:
kopimi (copyme), symbol showing that you want to be copied.

Es geht also darum, dass man gerne kopiert werden möchte. Das mag auf Anhieb vielleicht etwas dämlich klingen, aber das ist es gar nicht mal. Es war ja schon immer so, dass nur erfolgreiche Sachen kopiert wurden, schlechte und erfolglose Dinge werden viel lieber links liegen gelassen. Nur, wer Leute beeindrucken und für sich gewinnen kann, wird kopiert. Und wieso kopiert man? Ganz einfach, damit man auch einen Teil des Publikums abbekommt. Nicht unbedingt kreativ, aber in der heutigen Zeit ist das weit genug verbreitet, dass man nicht mehr zwanghaft die Nase rümpfen muss, wenn man eine Kopie ausmacht. Vor allem, wenn es eine gute Kopie ist. Entweder ist die Kopie so gut, dass man den Unterschied zwischen Kopie und Original nicht mehr ausmachen kann, oder aber die Kopie ist so gut, dass sie sogar dem Original das Publikum klaut. Um ehrlich zu sein, hab ich letzteren Fall allerdings noch nirgendwo gesehen.

Mit dem Kopimi-Logo, das natürlich aus dem Revolutions-Land Schweden kommt und den cleveren Köpfen der Pirate Bay entsprungen ist, signalisiert man also, dass man sich einerseits bewusst ist, dass man aus diversen Gründen kopiert wird, andererseits aber auch, dass man das nicht als Beleidigung oder Angriff wertet, sondern als Kompliment oder gar eine Ehre.

Genau so ergeht es mir schon seit einiger Zeit. Eine ganze Menge meiner Ideen und Projekte werden kopiert, seien es nun Blogs, Forensignaturen oder ganze Musikgeschmäcker. Und dafür will ich mich hier und jetzt bei all meinen Kopierern bedanken, die mich so gewissenhaft auf Schritt und Tritt analysieren und es mir gleichtun wollen. Das ist eins der schöneren Komplimente, die man bekommen kann. Danke an Sabbel, dass sie meine Musik-Blogeinträge fast 1:1 abkupfert. Danke an die andere Sabbel, dass sie meine Kochkünste mit feinster Genauigkeit imitiert. Danke an unzählige Blogschreiber, die meine Anti-Chaya-Einträge übernommen haben. Danke an Robin, der meine Signatur so genau plagiieren wollte, dass ich sie ihm basteln musste. Und natürlich ein dickes Dankeschön an alle, die mir jemals meine Sprüche geklaut haben! Ohne euch wüsste ich wahrscheinlich gar nicht, wie bekannt und bewährt ich bin. Ohne euch ginge es mir jetzt garantiert nicht so prima.

And please, keep on copying me.

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The Black Maria – A Shared History Of Tragedy

12. August 2009 Keine Kommentare

Kanadischer Sirup? Nein, Rock!


Ein etwas älterer Fundus aus meiner Musik-Sammlung ist diese sehr mitreißende Band. Zwar dürfte sie niemandem bekannt sein, obwohl die Jungs immerhin zwei Alben rausgebracht haben, aber genau das will ich jetzt ändern. Wenn dir Taproot und Crossfade gefallen, könntest du nämlich auch mit The Black Maria und ihrem zweiten Album A Shared History Of Tragedy etwas anfangen.

The Black Maria - A Shared History Of Tragedy

Und schon wieder ist das so ein mieses Cover! Verdammt, ich muss mir bekanntere Bands raussuchen…


Tracklisting


Fällt es noch irgendjemandem auf, dass viele Rockbands nur noch elf Titel auf ihre CDs pressen? Wenn ja, dann könnte es sein, dass nicht nur ich von The Black Maria verarscht werde, denn auch auf diesem Album befinden sich nur elf Tracks – und der letzte nennt sich sogar 11:11. Zum Glück ist er nicht elf Minuten und elf Sekunden lang.

  1. The Perilous Curse

  2. Waking Up With Wolves

  3. Nothing Comes Easy But You

  4. Van Gogh

  5. Call To Arms

  6. Lucid

  7. The Concubine

  8. Living Expenses

  9. Fool’s Gold

  10. A Thief In The Ranks (Your Bike)

  11. 11:11


Mein Tipp!


Als ich damals auf die Band aufmerksam wurde, tat es mir der Song Waking Up With Wolves an, und ich wollte mir die Lyrics dazu durchlesen. Als ich diese dann aber mit dem wirklichen Text verglich, war ich schockiert wie fehlerhaft der Text war, und ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht gleich korrigiert hätte. Nach dem einen Track kam der nächste, und auch hier überprüfte ich zuerst die Lyrics, und nach und nach hatte ich das komplette Album durch. Und dann erst fiel mir auf, dass ja die Musik an sich auch recht gut ist. Tja, und mittlerweile bin ich jedes Mal wieder froh, wenn The Black Maria in meiner Zufallsauswahl auftauchen.

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