Ungeduld macht sich breit
Anscheinend dauert es noch ein bisschen, bis mein kleines Gerät aus der Reparatur wiederkommt. Der Fehler wurde schon behoben, das System schon mit Hardware-Checks und ähnlichem Kram gefoltert, und jetzt liegt es wohl in irgendeinem Postausgang und wartet auf den Kurier… Aber es dauert halt doch alles etwas länger, als ich gedacht und gehofft hatte.
Dabei passt es mir gerade gar nicht so gut in den Kram, dass ich nicht an meine ganzen Daten rankomme. Ich wollte mal wieder ein paar Lebensläufe erneuern, mal wieder ein bisschen Webdesign betreiben, vielleicht mal wieder ein bisschen Bildbearbeitung üben – und nichts davon klappt, weil ich andauernd mit dieser ätzenden Billig-Krücke, deren Namen ich jetzt nicht noch mal erwähnen werde, unterwegs bin. Der eingebaute Lüfter surrt fast so laut wie mein früherer PC mit 450W-Netzteil und zerrt auch ganz schön an den Nerven, da stopfe ich mir lieber die Ohrstöpsel in die Ohren und lausche den Empfehlungen von Last.fm.
Dear And The Headlights hab ich ja noch nie gehört, aber es klingt recht schön. Merke ich mir mal. Home-Button und Power-Button kurz drücken,
klick, Screenshot gemacht.
Karine fängt schon wieder an, schnippisch zu werden, nur weil ich solche Floskeln wie “
Ich drück dir die Daumen” relativ sinnlos finde. Lustig, wie schnell man eine ganz bestimmte Gruppe Menschen – vornehmlich Frauen – mit ein paar Moralvorstellungen aus der Bahn bringen kann. Dabei meine ich doch mit meiner Aussage gar nicht, dass sie sich solche Sprüche verkneifen soll, sondern eher, dass sie nicht unbedingt erwarten sollte, sie auch von mir zu hören.
Nun läuft
Erase The Grey und ich glaube, ich mach davon direkt noch einen Screenshot.
Und erneut wird mir bewusst, wie sehr ich meinen Mac vermisse, da ich hier an der Krücke kaum Möglichkeiten hab, Musik anzuhören. Nicht mal iTunes funktioniert hier. Wieso? Fragt mich nicht, ist ja Windows, da gibt’s solche Fehler halt mal. Vielleicht ist das Ding auch einfach viel zu langsam, vorstellen könnte ich es mir. Eigentlich ein Wunder, dass das Teil überhaupt WLAN eingebaut hat, und dass es sogar 802.11g-kompatibel ist. Wozu hat man denn einen schnellen DSL-Anschluss und einen flotten Router, wenn dann im Endeffekt der Rechner nur halb so schnell ist? Schreckliches Schicksal.
Karine weint anscheinend, zumindest schickt sie mir einen Smiley namens
wein1, aber da ich nur über meebo eingeloggt bin, seh ich natürlich nichts. Sie ist bestürzt. Ich nicht. Ich hasse MSN. Sie fragt, wo ich wäre, weil ich nur über einen Online-Dienst angemeldet bin. Ich muss grinsen. Zum dritten Mal nun läuft ein Lied von
Dustin Kensrue an, ich kann ihn nicht mehr hören, also klicke ich weiter.
Matt Pryon, das ist ja noch schlimmer. Weiter. Direkt noch mal
Matt Pryon. Will Last.fm mich verarschen?
Heute haben wir uns alle Abschlussfilme meines Jahrgangs angeschaut, komplett mit IHK-Fachleuten und Firmenvertretern. Ein Film nach dem anderen wurde eingelegt und über den grandios beschissenen Beamer an eine zerrupfte Leinwand geworfen, es sah aus wie Bauerntheater. Aber alles in allem war es doch sehr lustig, vor allem der direkte Vergleich zwischen mir und den anderen Mediengestaltern. Da gab es ein paar Filme, wo ich mir wirklich dachte: “
Ach du liebe Scheiße, wie gut dass ich ein bisschen Ahnung von sowas habe!” Teilweise waren Bilder zu sehen, die man nicht mal Nudeln zeigen sollte, um sie abzuschrecken. Ich bin dann natürlich auch so frei und nehme kein Blatt vor den Mund, und bei dieser Veranstaltung waren offensichtlich mehrere so drauf, also gingen halbe Beiträge in Gelächter unter, was vielleicht den ein oder anderen Prüfling eher verstörte, aber nach drei Jahren Ausbildung sollte man doch einiges einstecken können.
Als dann mein Film (als letzter) gezeigt wurde, in dem ich meine Schlusspointe an die IHK richte und ihr drohe, den Server zu hacken, lachten die Anzugträger fröhlich vor sich hin und drängten mich, aufzustehen und mich zu präsentieren. Ich Rampensau hab mich natürlich groß verneigt vor dem Publikum, mit dem weißen Shirt mit der Aufschrift “
Fuck Art, Let’s Surf!” sah das bestimmt toll aus.
Doof finde ich es, dass ich vorhin auf WordPress 2.8.1-RC1 upgedatet habe (was ist
upgedatet eigentlich für ein doofes Wort?) und nun ein schönes Plugin nicht mehr funktioniert. Nun kann ich keine Vorlagen mehr erstellen oder bearbeiten, was mich irgendwann bestimmt auch noch brutal behindern wird, wenn ich wieder mehr schreibe. Im Moment ist es nicht so wichtig, aber ich überlege, noch ein Galerie-Feature hier einzubauen, und dafür könnte es sehr praktisch sein, noch ein paar Vorlagen zu erstellen, damit ich nicht immer wieder das Gleiche tippen muss. Zum Glück verlief der restliche Update-Vorgang problemlos, bei der vorherigen Version kam es schon mal vor, dass dann ein Plugin komplett verschwunden war. Aber auch das bewegt mich nicht dazu, WordPress wieder zu verlassen, weil mir selbst Serendipity nicht besser aussieht. Komischerweise waren auch die meisten Blogs, die für Serendipity als Referenz galten, mittlerweile auf WordPress umgestellt. Das ist, als … Ach, ich lass es lieber mit dem abstrusen Vergleich.
Last.fm spielt mir mittlerweile
Herbrightskies, und ich entscheide, dass Bandnamen, die aus mehreren zusammen geschriebenen Wörtern bestehen, nur in Großbuchstaben gut aussehen. Bei
Akissforjersey trifft das auch zu. Karine philosophiert, dass sie gern eine Erdbeere wäre. Ich kann mir das nicht vorstellen, mit roter Haut, grünen Haaren und so vielen gelben Pickeln überall rumzulaufen, da würde ich mich ja zu Tode schämen. Zudem möchte sie an den Ort, an dem Seelen ruhen. Bitte? Seelen ruhen nicht, Seelen sind entweder im Körper aktiv oder wandern rastlos durch die Welt und suchen nach einem neuen Leben, das sie bevölkern können. Im früheren Leben war ich nämlich mal ein Grizzlybär. Also, meine Seele war in einem Grizzlybären. Aber ich glaube, der war ziemlich dick und hatte schwabbelige Lefzen.
Wie gern hätte ich jetzt die Möglichkeit, Photoshop zu öffnen und ein paar Grunge-Icons zu erstellen, den Hintergrund und Banner und Footer etwas zu erweitern und somit meinem Blog noch etwas mehr Charakter zu geben. Aber nein, noch muss ich ja mit dieser fürchterbaren (eine Mischung aus fürchterlich und wunderbar) Krücke zurecht kommen. Morgen rufe ich noch mal im Laden an und frage, wo denn mein Schmuckstück bleibt, denn so langsam wird mir bewusst: Einmal Mac, immer Mac. Ich warte voller Ungeduld.