100 Wahrheiten, Folge 32: Serien
2. Mai 2009
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Besser als Filme
Was bin ich froh, dass man nicht in ein Kino gehen muss, um Serien zu schauen. Serien sind sowieso viel besser als Filme, zumindest wenn sie gut sind. Die Charaktere sind meistens einfach besser ausgearbeitet, sie erfahren eine Wandlung und lernen dazu. Die Handlung selbst verändert sich im Laufe der Serie, es gibt immer wieder eine neue Möglichkeit, Spannungsbogen und Cliffhanger auf die Zuschauer loszulassen. Zudem dauert eine Serie selten nur 90 Minuten, wohingegen Filme selten darüber hinausgehen. Man hat mit Serien einfach mehr Langzeit-Spaß.
Und genau aus diesem Grund widme ich diesen Eintrag heute mal all den Serien, die ich so sehr mag, dass sie sogar die besten Filme übertrumpfen:
- Lost
Die meisten meiner Freunde und Bekannten mögen diese Serie nicht, und ich weiß auch genau, woran das liegt: Sie haben sie nur auf Deutsch gesehen. Im englischen Original ist die Serie mindestens viermal so gut. Ich liebe die Szenerie, das ganze Setdesign ist einfach ein Augenschmaus, ich würde sogar Geld bezahlen um auf dieser Insel stranden zu können. Die Darsteller spielen absolut überzeugend und haben raffiniert ausgearbeitete Hintergrund-Geschichten, die sich kreuz und quer verstricken und den Zuschauer ziemlich fordern. Mit Anfang der fünften Staffel wurde es ein bisschen surrealer, Thema Zeitreisen und ähnliches, aber genau das finde ich auch wieder klasse. Ich kann keine Folge schauen, ohne begeistert zu sein. Und das trifft auch auf die älteren Staffeln zu, wenn ich sie mir nochmals anschaue, um eventuell übersehene Hinweise zu suchen – und siehe da, schon in den ersten paar Folgen gibt es Anspielungen auf Handlungen der letzten Folgen. Geniale Drehbücher sind also auch ein Vorteil. Und nicht zuletzt: Evangeline Lilly. Ein Traum von Frau, die würde ich mit Samthandschuhen über die Schwelle tragen. - Heroes
Die neuen Helden schweifen komplett von der Realität ab, hier gibt es übernatürliche Fähigkeiten und andere lustige Sperenzchen, die die Postproduction-Abteilung wirklich auf harte Proben stellen, aber sie meistern eine Situation nach der anderen. Ob es nun simples Fliegen ist oder ein sehr cool anzusehendes zu-Eis-erstarren-und-zersplittern, die Effekte können sich echt sehen lassen. Aber auch hier sind die Darsteller sehr genial ausgesucht, die Kameraführung ist sehr innovativ und gewagt, passt aber absolut zum jeweiligen Moment, und die Tonmischung ist bisher wohl die einzige, die die Musik während komplizierter Dialoge weiterlaufen lässt, ohne diese zu überlagern. Ich freue mich immer über neue Folgen, denn die Handlung ist ziemlich toll gemacht, man fiebert richtig mit den Helden mit und hofft, dass sie die Zerstörung der Erde oder die Ausrottung ihrer Artgenossen verhindern können. Ach, und wenn ich schon mal dabei bin: Hayden Panettiere und Kristen Bell sind zwei weitere gute Gründe, Heroes zu schauen. - Prison Break
Ein absolut realistisches Abenteuer hingegen ist Prison Break, hier geht alles mit rechten Dingen zu, und wenn jemand mit drei Kugeln im Leib gefunden wird, ist er auch tot, so wie es sich gehört. Die Protagonisten lassen den Zuschauer wünschen, einer von ihnen zu sein, und emotionale Menschen lassen schon mal die ein oder andere Träne fließen, wenn ein geliebter Nebendarsteller über den Jordan geht. Die Atmosphäre ist sehr überzeugend gemacht und man fühlt sich wie mittendrin, was auch sehr von der Kamera- und Schnitttechnik unterstützt wird. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Musik, die ab der zweiten Staffel leider etwas eintönig wird und nicht viel neues zu bieten hat. Aber dank Sarah Wayne Callies schaut man auch darüber gern hinweg. Und um ganz ehrlich zu sein: Auch dank Wentworth Miller. Wenn ich schwul wäre, würde ich ihn anhimmeln. - Dexter
Ein total abgefahrenes Szenario eigentlich: Dexter erzählt die Geschichte eines Polizei-Mitarbeiters, der tagsüber Serienmörder überführt und nachts selbst zum Serienmörder wird, um die Bösewichte, die durch das Netz der Justiz fallen, selbst zur Strecke zu bringen. Die komplette Story wird hin und wieder von der Off-Stimme des Hauptdarstellers Michael C. Hall erzählt, was dem Ganzen so eine Art Tagebuch-Charakter gibt, und man fühlt sich ein bisschen wie in The Boondock Saints, man weiß zwar, dass die Aktionen des Killers eigentlich falsch sind, aber trotzdem kann man es ihm irgendwie nachempfinden und entwickelt immer mehr Sympathie für ihn. Dass Dexter ständig auf der Suche nach seinen Wurzeln ist, ist vielleicht nicht unbedingt innovativ, aber doch sehr unterhaltsam. Sein Vater scheint ein sehr berechnender Mensch gewesen zu sein, und sein Bruder erst… Wahnsinnig spannend. - Scrubs
Die Aufsteiger-Serie über angehende Ärzte, die Zach Braff in den Schauspiel-Rängen nach oben befördert hat, geht langsam zu Ende. Die achte Staffel wird die letzte sein, und so leid es mir tut, es wird wohl das Beste sein. Gegen Ende wurden die Dialoge doch immer etwas lustloser, die Witze lahmer und die Szenarien altbackener. Aber genug gemeckert, zu seinen Anfängen war Scrubs eine kurios witzige Serie, die den Alltag in einem Krankenhaus mit allen Höhen und Tiefen sehr passend gezeigt hat, wenn man ihn durch die Augen eines leicht dümmlichen und zu groß geratenen Kindes gesehen hat. Skurrile Elemente, die man nie ganz verstanden hat, haben stets die Laune aufrecht gehalten und eventuelle Engpässe gut überbrückt, es gab sehr viele wirkliche Brüller und auch zahlreiche Momente die einem den Brustkorb zusammenschnürten. Abgerundet wurde diese Mischung von sehr guten Darstellern, die einem auf Anhieb sympathisch waren und in denen man sich selbst wiederfinden konnte. Eigentlich schade, dass es seit dem Autorenstreik stark bergab ging. - Family Guy
Die erste Cartoon-Serie, die ich vorbehaltlos jedem empfehlen würde, weil sie einfach so unfassbar dämlich ist, dass sie eigentlich jeden Menschen auf dieser Welt zum Lachen bringen kann. Egal ob es der Vollhorst Peter, der Satansbraten Stewie oder der mehr menschlich wirkende Hund Brian ist, irgendjemand wird auf jeden Fall zum Liebling. Meiner ist natürlich Stewie, da er trotz seines Alters (er ist seit zehn Jahren ein Jahr alt) absolut geniale Sprüche bringt, andauernd versucht jemanden umzubringen (vornehmlich seine Mutter) und im Original das genialste British English überhaupt spricht. Ein Novum sind die vielen sogenannten Cut-Ins, ganz simple Clips die zwischen zwei Szenen gezeigt werden und eher selten wirklich was mit der Handlung zu tun haben. Diese Cut-Ins sind so skurril und abstrus, dass man manchmal vor Lachen vom Stuhl fällt. Und da ich angeblich schlecht darin bin, Witze zu erzählen, beauftrage ich euch hiermit, eine Folge Family Guy im Original anzuschauen!
So, das war nur mal eine kleine Auswahl. Wie, ihr wollt mehr? Dann schaut doch mal in der passenden Kategorie nach!
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Categories: 100 Wahrheiten, Lesestoff
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